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01/03/2019 17:48 CET

Forscher finden mysteriösen Fisch am Strand – und stehen vor einem Rätsel

Der Fisch hat in dieser Ecke der Welt nichts verloren. Wie ist er an den Strand von Kalifornien gelangt?

Coal Oil Point Reserve / Facebook
Der riesige Fisch am Strand von Santa Barbara in Kalifornien.
  • Vergangene Woche haben Forscher einen riesigen Fisch an einem Strand in Kalifornien entdeckt.
  • Wenig später bemerken sie, dass die Spezies dort noch nie gesehen wurde. 

Ein gestrandeter Fisch liegt tot an einer kalifornischen Küste – so weit, so unspektakulär. Doch schon die Fotos des Fundes sehen spektakulär aus: Darauf ist ein riesiger Fisch am Strand in Santa Barbara im US-Bundesstaat Kalifornien zu sehen. 

Forscher vermuteten zunächst, es könnte sich um eine Art der Familie der Mondfische handeln. 

LeoPatrizi via Getty Images
Der sogenannte Sonnenfisch.

Das Besondere bei dem gefundenen Fisch ist jedoch: Er gehört nicht in die Gewässer vor Kalifornieren, seine natürliche Umgebung liegt tausende Kilometer davon entfernt. 

Über den ungewöhnlichen Fall berichtet der US-Nachrichtensender CNN.

Neue Spezies in Nordamerika

Die Meeres-Forscherin Marianna Nyegaard und postete Bilder der Entdeckungen im Internet. Daraufhin meldeten sich mehrere Meeresbiologen und erklärten, um welche Fischart es sich angeblich handele.

Experten sind sich laut CNN sicher, dass es sich bei dem über zwei Meter langen Meeresbewohner um einen Vertreter der Mola Tecta, einer Art der Mondfische, handele. Diese Fischart aber lebt vor der Küste Australiens und wurde in Nordamerika noch nie zuvor gesichtet. 

Coal Oil Point Reserve / Facebook
Der Fisch ist über zwei Meter lang.

Nyegaard hat die Art selbst 2017 erstmals entdeckt und sagte: 

“Als ich die Bilder sah, wusste ich, dass es keine Zweifel gibt. Das ist auf jeden Fall ein Mola Tecta. Ich konnte es nicht glauben. Ich wäre beinahe vom Stuhl gefallen.”

Nyegaard habe Jahre damit verbracht, diese Fischart zu suchen, berichtet CNN. Funde und Sichtungen des Tieres seien bisher nur aus Australien, Neuseeland, Südafrika und Chile bekannt. Einzig 1890 sei der Fisch auch vor den Niederlanden aufgetaucht. 

Der gefundene Fisch hat keine Zähne, aber ein Riesenmaul. Außerdem fehlt ihm eine Hinterflosse. 

Was die Forscher nun besonders Rätsel aufgibt: Eigentlich bevorzugt diese Fischart nur warme Gewässer.

Forscher sind begeistert von neuer Entdeckung

Nyegaard sagte dem Sender, die Küste vor Chile, die der Fisch vielleicht passiert habe, ist zwar warm, jedoch musste der Fisch wohl den Äquator überqueren und ständige Temperaturunterschiede aushalten.

Sie könne sich nicht erklären, wie dieses Exemplar des Mola Tecta das geschafft haben soll. 

Der Forscher Thomas Turner war ebenfalls überrascht von diesem Fund: “Als ich bemerkte, dass das wahrscheinlich die erste Aufzeichnung einer Sichtung dieses Fisches in Nordamerika ist, war ich extrem aufgeregt”, sagte er.

Der Mola Tecta unterscheidet sich sehr von seinen Artgenossen der Mondfisch-Familie. Sein Knochengerüst sei ausgeprägter. Die Schwanzflosse ist beim Mola Tecta wie auch bei anderen Mondfischen ein sogenannter Clavus. Ein verhornter Abschluss des Körpers. 

 Wie kam er dorthin? Forscher rätseln

Kein Forscher ist sich wirklich sicher, wie der Mola Tecta an die kalifornische Küste gelangen konnte. 

Nyegaard sagte CNN, sie wolle die DNA dieses Fischs mit der von Exemplaren vor der Küste Australiens vergleichen. “Grundsätzlich ist es nicht ungewöhnlich, dass Mondfische weite Distanzen wandern”, sagte sie.

Doch diese besonders große Distanz und die ständigen Temperaturunterschiede auf der Reise machen den Fund so außergewöhnlich.

(ll)