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03/03/2018 16:00 CET | Aktualisiert 03/03/2018 17:45 CET

Forscher glauben, Pinguin-Art nimmt ab – bis sie Hinweise auf Satellitenbildern entdecken

Ausgerechnet die Ausscheidungen der Tiere führten die Wissenschaftler auf die Spur.

Eastcott Momatiuk
Ein Adeliepinguin auf Kap Evensen in der Antarktis.
  • Lange Zeit dachten Forscher, dass die Population von Adeliepinguinen schrumpfen würde
  • Doch dann fanden US-Wissenschaftler ausgerechnet auf Satellitenaufnahmen der Nasa Hinweise auf eine riesige neue Kolonie  

In den letzten 40 Jahren ist die Zahl der Adeliepinguine stetig zurückgegangen – das dachten Biologen zumindest bis vor Kurzem.

Denn eine am Freitag veröffentlichte Studie des US-Forschungsinstituts Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) liefert neue Erkenntnisse über diese Pinguinart.

Kurios: Ausgerechnet Satellitenaufnahmen der Nasa führten die Wissenschaftler auf die Spur einer neuen Pinguin-Kolonie. 

“Superkolonie” mit 1,5 Millionen Tieren

Laut den US-Forschern befindet sich diese bisher unbekannte “Superkolonie” mit mehr als 1,5 Millionen Adeliepinguinen auf einer Kette abgelegener, felsiger Inseln vor der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel. 

“Bis vor kurzem waren die Danger-Inseln nicht als wichtiger Lebensraum für Pinguine bekannt”, erklärt die Ökologie- und Evolutionsprofessorin Heather Lynch von der New Yorker Stony Brook University in einer Mitteilung des WHOI.

Scientific Reports / Digital Globe
Karte, die die Lage der Danger-Inseln zeigt.

Verräterische Ausscheidungen

Dass diese Superkolonien seit Jahrzehnten unentdeckt geblieben sind, liegt teils an der Abgeschiedenheit der Inseln und teils an den tückischen Gewässern, die sie umgeben, bemerkt Lynch.

► Doch im Jahr 2014 entdeckten Lynch und ihr Nasa-Kollege Mathew Schwaller verräterische rötlich-pinke Flecken auf den Satellitenbildern der Inseln, die auf eine große Zahl von Pinguinen hindeuteten.

Diese Flecken rühren von den Ausscheidungen der Tiere her. In Kombination mit einem kalkreichen Boden entsteht daraus das so genanntes Guano. Das erkannten die Forscher auf den Nasa-Aufnahmen.

Ashley Cooper via Getty Images
Guano einer Adeliepinguin-Kolonie auf der Joinville Insel in der Antarktis.

Um ihrer Vermutung zu bestätigen, hat Lynch zusammen mit anderen Forschern eine Expedition zu den Inseln organisiert. Zugleich sollten die Vögel aus erster Hand gezählt werden.

► Mit einem erstaunlichen Ergebnis: Die Population auf den Danger-Inseln ist nicht nur die größte auf der Antarktischen Halbinsel. Sie scheint auch nicht unter den Bevölkerungsrückgängen anderer Kolonien zu leiden. 

Forscher machen den Klimawandel für den Rückgang anderer Populationen verantwortlich.

(lm)