NACHRICHTEN
01/02/2018 16:41 CET | Aktualisiert 01/02/2018 17:41 CET

Formel 1 schafft Grid Girls ab – die Reaktion von Niki Lauda ist ein Skandal

Die Reaktion zeigt, dass Lauda nichts verstanden hat.

AI Project / Reuters
Niki Lauda ist wenig begeistert von der Entscheidung, die Grid Girls abzuschaffen.
  • Die Formel 1 hat beschlossen, die Tradition der Grid Girls abzuschaffen
  • Das sorgt nicht nur bei Fans für Empörung – auch Formel-1-Legende Niki Lauda hat kein Verständnis für diese Entscheidung

Es ist ein Schritt, der schon lange überfällig war: Die Formel 1 hat sich am Mittwoch dazu entschieden, die Grid Girls abzuschaffen

Ja, die Tradition gibt es seit Jahrzehnten. Ja, sicher finden geifernde Männer die knapp bekleideten jungen Models schön anzusehen.

Aber sicher ist auch, dass endlich einmal Schluss sein sollte damit, Frauen als Objekte darzustellen. 

Doch die alten Männer, die gerne an Traditionen und an Bildern von jungen Frauen festhalten, verstehen die Entscheidung der Formel 1 absolut nicht. 

Und wettern.

► Jetzt hat sich auch Formel-1-Legende Niki Lauda in die Debatte eingemischt. Und ganz in der Tradition der alten Männer mitgewettert. 

“Wie dumm kann man sein?” “Haben die einen Vogel?” “Wo führt das noch hin?”, würde Lauda die Formel-1-Verantwortlichen gerne fragen, wie er der österreichischen Tageszeitung “Der Standard” sagt.

“Ich finde es sehr schade, dass mit dieser Tradition gebrochen wird. Damit tut man der Formel 1 und vor allem auch den Frauen keinen Gefallen”, sagte Lauda.

Mit Objekten macht man, was man will

Es sei eine Entscheidung “gegen die Frauen”. Grid Girls hätten immer zur Formel 1 gehört. Und diese Tradition würde Frauen auf keinen Fall reduzieren. 

Wirklich?

Was sind Frauen, wenn sie mit Werbung zugekleistert wie Litfaßsäulen leicht bekleidet Tafeln mit den Namen von – natürlich männlichen – Formel-1-Fahrern hochhalten? Nicht viel mehr als Objekte. 

► Und mit Objekten macht man nun einmal, was man will. Laut einer US-Studie aus dem Jahr 2016  fördert es die Bereitschaft zur sexuellen Gewalt, wenn Frauen als Objekte dargestellt werden. 

Grid Girls sind für Lauda und viele Fans vielleicht eine lieb gewonnene Tradition. Doch in Wahrheit ist es gefährlich, Frauen so darzustellen, wie es nicht nur in der Formel 1 lange Jahre geschehen ist. 

Zum Glück findet bei vielen Menschen gerade ein Umdenken statt, das sicherlich auch von der nicht abreißen wollenden MeToo-Debatte herrührt.

Mehr zum Thema: Hier bringt eine Achtklässlerin die Absurdität von “Germany’s Next Topmodel” perfekt auf den Punkt

Auch der Darts-Weltverband hat sich kürzlich dazu entschlossen, die sogenannten Walk-on-Girls zu verbannen, die – natürlich ebenfalls mit wenig Stoff am Leib – die Spieler bei ihrem Einlauf begleitet haben. 

Doch Lauda freut sich nicht über diese Entwicklung. Er hoffe, die Formel 1 werde die Entscheidung rückgängig machen, sagt er. Denn – und diese Vorstellung ist fast schon zu schlimm, um sie auszudenken – “wenn man konsequent so weitermacht, gibt es in Amerika bald keine Cheerleader mehr”. 

Dass es dann vielleicht ein bisschen weniger Gewalt gegen Frauen gibt, scheint für Lauda kein Grund zur Freude zu sein. 

(cho)