ELTERN
01/06/2018 10:45 CEST | Aktualisiert 01/06/2018 12:32 CEST

Weiße Mutter will mit schwarzem Sohn ins Flugzeug – und wird gedemütigt

"Es hat meine Gefühle verletzt", sagte die Mutter.

  • Eine Frau aus den USA will mit ihrem Sohn nach Oakland, Kalifornien, fliegen. 
  • Weil der Einjährige eine andere Hautfarbe hat, muss die Mutter dem Flugpersonal beweisen, dass es wirklich ihr Sohn ist. 
  • Auch das Alter kann beim Security-Check zu Problemen führen: Flughafen-Securitys sehen das Alter einer Frau – und nehmen sie fest.

Eigentlich würde Lindsay Gottlieb den Ablauf am Flughafen bereits gut kennen. Denn die Amerikanerin fliegt regelmäßig gemeinsam mit ihrem einjährigem Sohn, schrieb sie auf “Twitter”.

Doch bei ihrem letzten Flug habe sie sich einfach nur gedemütigt gefühlt: Da ihr Sohn eine andere Hautfarbe habe, habe das Flugpersonal angezweifelt, dass er Gottliebs Sohn sei.

“Ich musste beweisen, dass es mein Sohn ist”

Die Basketball-Trainerin und ihr afroamerikanischer Mann seien beide am Flughafenschalter gewesen und hätten den Pass ihres Sohnes vorgezeigt.

Doch das habe der Mitarbeiterin nicht gereicht. 

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“Ich bin entsetzt, dass nachdem ich ungefähr 50 Mal mit meinem einjährigen Sohn geflogen bin, sagte mir das Schalterpersonal, dass ich ‘beweisen’ müsse, dass er mein Sohn sei – obwohl ich seinen Pass hatte”, twitterte die Mutter.

“Sie [Flugpersonal] sagte mir, dass es an unseren unterschiedlichen Nachnamen läge. Meine Erklärung ist eher, dass wir eine andere Hautfarbe haben.”

Als Alternative habe das Bodenpersonal anschließend nach der Geburtsurkunde oder alternativ einem Facebook-Post gefragt, welcher zeigen solle, dass Gottlieb die Mutter sei.

“Als erstes fragte sie mich nach einem Geburtszertifikat. Dann sagte sie zu mir, dass dies ‘Bundesgesetz’ sei (nicht wahr). Fragte dann aber, ob ich nicht beweisen könne, dass ich die Mutter bin, mit einem Facebook-Post”, richtete die Trainerin ihren Ärger via Twitter direkt an die Fluggesellschaft “Southwest Airlines”. 

Southwest Airlines entschuldigt sich

Die Aktion sei für die Mutter einfach nur demütigend und unsensibel gewesen, schlussfolgerte sie auf Twitter. Sie würde ein besseres Training für die Mitarbeiter empfehlen, damit so ein Zwischenfall nicht mehr vorkommt. 

Warum sie ihren Ärger und ihre Geschichte mit der Welt teilen wollte, habe einen bestimmten Grund.

“Ich denke, als weiße Frau, in einer privilegierten Position, und mit einer Plattform, auf der dir Menschen zuhören, ist es meine Verantwortung zu sagen, ’Hey, das ist passiert und das ich nicht in Ordnung’”, erklärte Gottlieb dem Fernsehsender “CBS News”.

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“Vielleicht wird irgendwann das auch meinem Sohn helfen, der nun mal gemischtrassig ist und sein wird – für den Rest seines Lebens.”

Die Fluggesellschaft äußerte sich in einer Stellungnahme dem Sender gegenüber, dass sie den Zwischenfall noch einmal genau untersuchen würden und es ihnen leid täte. 

Wir werden diese spezifische Interaktion überprüfen und wir sind in direktem Kontakt mit der Kundin, damit sie uns ihre Anliegen mitteilen kann.”

Auch Gottlieb zweifle an, dass die gesamte Fluggesellschaft solch eine Einstellung hätte. Es sei vermutlich nur ein unsensibler Mitarbeiter gewesen, erklärte sie “CBS News”.

“Es hat meine Gefühle verletzt. Ich fühlte mich zu dem Zeitpunkt minderwertig und das ist nicht in Ordnung.”

(ks)