LIFE
08/12/2018 17:21 CET | Aktualisiert 09/12/2018 23:03 CET

Gesundheit: Die gesündesten Menschen gehen nicht ins Fitnessstudio

Für ein langes Leben braucht es keine Workouts.

  • Gut gemeinte Neujahrsvorsätze werden auch Anfang nächsten Jahres wieder einige Menschen ins Fitnesscenter treiben.
  • Dabei haben bereits einige Studien gezeigt: Wer gesund und lang leben will, braucht diese Art des Trainings gar nicht. 
  • Im Video oben: Auch zu viel Diät kann der Gesundheit schaden. Diese Fitnessbloggerin isst 50% mehr Kohlenhydrate als zuvor – so hat sie sich verändert. 

Na, heute schon im Fitnesscenter gewesen? Schon den neuesten Grünkohl-Smoothie inhaliert und noch während der Crosstrainer-Session diverse Vitaminpräparate geschnupft?

Die ständige Selbstoptimierung und das Streben nach dem langen Leben ist nicht nur anstrengend und zeitraubend. Vieles, was wir darüber zu wissen glauben, scheint auch noch falsch zu sein.

Denn die fittesten und gesündesten Menschen der Welt steigen auf keine Laufbänder und heben auch nicht fünf Mal die Woche Gewichte. Die Rede ist von Menschen, die in den sogenannten “Blue Zones”, also blaue Zonen, leben.

Dabei handelt es sich um die Regionen der Welt, in denen die Lebenserwartung der Bewohner besonders hoch ist.

Das Geheimnis der “Blue Zones” 

Doch was ist das Geheimnis dieser Orte? Die Menschen, die dort wohnen, werden ständig dazu gezwungen, sich zu bewegen, ohne, dass sie großartig darüber nachdenken. Es ist ein Teil ihres Alltags. Dazu zählt viel Gartenarbeit, längere Fußmärsche und wenige technische Hilfsmittel bei alltäglichen Aufgaben.

Das Inkorporieren einer derartigen Menge an Bewegung in unser Leben scheint natürlich extrem schwierig, da wir vor allem in den westlichen Ländern der Welt wahnsinnig viel Zeit an Schreibtischen verbringen. Vor hundert Jahren führten nur 10 Prozent der Menschen ihre Jobs im Sitzen aus, heute sind es bereits 90 Prozent.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten, den Gewohnheiten in den “Blue Zones” so nahe wie möglich zu kommen.

Moderate, natürliche Bewegung 

Am besten wäre es, die generelle Fortbewegung im Alltag zu überdenken. Kurze Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen kann Wunder bewirken. Auch, wenn es nur der Weg zu einer weiter weg gelegenen Haltestelle ist.

Laut einer Studie der University of California sind 16 Minuten Bewegung auf dem Arbeitsweg (jeweils hin und zurück) am gesündesten. Und nein, im Stau zu stehen und vor Wut zu vibrieren gilt nicht als Bewegung.

Insgesamt ist es wichtig, mindestens sechs Stunden moderate Bewegung in der Woche zu schaffen. Damit sinkt bereits die Wahrscheinlichkeit an Krebs, Herz- oder Lungenerkrankungen zu sterben. Selbst zwei Stunden können schon einen großen Unterschied machen. Ein Spaziergang am Tag kann auch dafür sorgen, dass das Demenz-Risiko um 40 Prozent sinkt.  

Im Prinzip lässt sich das Geheimnis der “Blue Zone”-Bewohner einfach zusammenfassen: Unsere Körper sind dafür designed, sich zu bewegen. Wird das vernachlässigt, verkümmern auch unserer körperlichen Fähigkeiten zunehmend.

Und um dem entgegen zu wirken, braucht es keine High-Intensitiy-Trainings. Es sind die einfachen, natürlichen Bewegungen, die über Jahre den Schlüssel zu einem langen Leben darstellen können.

(jg)