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04/07/2018 20:35 CEST | Aktualisiert 05/07/2018 10:07 CEST

Fifa schickt deutschen Schiri nach nur einem Spiel nach Hause

"Wenn du in die Kritik gerätst, hast du kaum eine Chance", sagt ein Insider.

David Ramos - FIFA via Getty Images
Schiedsrichter Felix Brych muss heim.
  • Die Fußball-WM ist für Schiedsrichter Felix Brych beendet.
  • In Russland kam der Münchner nur auf einen Vorrunden-Einsatz. 

Alptraum-WM statt Traum-Finale.

Die Hoffnung auf das große Endspiel ist für Felix Brych jäh beendet. Der deutsche Schiedsrichter wird nach nur einem mageren Vorrunden-Einsatz von der Fußball-WM in Russland am Donnerstag nach Hause geschickt. Das teilte die Fifa am Mittwoch mit.

Der Münchner wird nicht mehr für die weiteren Partien in der K.O.-Runde berücksichtigt. Zuvor hatte die “Bild”-Zeitung darüber berichtet. So wenige Einsätze hatte ein deutscher Referee bei einer WM zuletzt vor 36 Jahren.

Was Brych wohl einen weiteren Einsatz gekostet hat

Brych hatte bei der WM das brisante Duell der Schweiz mit Serbien geleitet und war danach wegen eines nicht gegebenen Elfmeters von serbischer Seite angefeindet worden. Diese Posse und die wüsten Proteste des Verbands Serbiens kostete ihm nun die Möglichkeit auf weitere Spiele in Russland.

Zwar gilt der italienische Ex-Spitzenreferee Pierluigi Collina, Chef der Fifa-Schiedsrichterkommission, als Unterstützer und Förderer von Brych. Doch auch dies konnte dem Weltschiedsrichter des Jahres 2017 nicht helfen.

“Wenn du in die Kritik gerätst und sogar zu einem Politikum wirst, hast du kaum noch eine große Chance in dem Turnier”, hatte der deutsche WM-Rekordreferee Markus Merk der Deutschen Presse-Agentur zu einer möglichen Entscheidung der Fifa bereits vorab gesagt. “Dann nimmt die Kommission lieber einen Schiedsrichter, der in mehreren Spielen überzeugt hat und schadlos durch das Turnier gekommen ist.”

Wer das Finale pfeifen könnte

Bislang ist Rudolf Glöckner der einzige deutsche WM-Finalschiedsrichter, der Markranstädter leitete 1970 das Duell von Brasilien und Italien. Ein Viertelfinale pfiff zuletzt Siegfried Kirschen vor 32 Jahren.

Top-Kandidaten auf das Finale sind nun der Senegalese Malang Diedhiou und Alireza Faghani aus Iran. Der Niederländer Björn Kuipers kommt bei England gegen Schweden und Nestor Pitana aus Argentinien im Duell von Uruguay gegen Frankreich im Viertelfinale bereits zum vierten Mal in Russland zum Einsatz.

Als bislang letzte deutsche Referees hatten Walter Eschweiler und Adolf Prokop 1982 bei einer WM jeweils nur einen Auftritt gehabt.

(sk)