LIFESTYLE
06/06/2018 10:49 CEST | Aktualisiert 06/06/2018 11:27 CEST

Todesanzeige: So fies rechnen Kinder mit ihrer Mutter ab

"Ohne dich ist die Welt ein besserer Ort."

  • In einer US-Lokalzeitung haben Kinder eine Todesanzeige für ihre verstorbene Mutter veröffentlicht.
  • Die Mutter habe die Kinder im Stich gelassen – und deshalb sei die Welt nach ihrem Tod ein besserer Ort, steht dort. 
  • Im Video oben seht ihr eine weitere fiese Todesanzeige. 

Wenn ein Mensch stirbt, sollte man nur gut über ihn sprechen. Die Botschaft einer Todesanzeige aus dem US-Bundesstaat Minnesota könnte jedoch nicht eindeutiger sein: Die Kinder der verstorbenen Kathleen Dehmlow sind froh, dass sie tot ist.

Dehmlow starb am 31. Mai im Alter von 80 Jahren in Springfield und der Nachruf, den ihre Kinder in der Lokalzeitung “Redwood Falls Gazette” veröffentlichten, macht deutlich, dass sie sie nicht vermissen werden.

Der Text beginnt mit den üblichen Informationen über Dehmlows Leben. Ihr Geburtstag wird genannt, ihre Hochzeit mit Dennis Dehmlow im Jahr 1957 und ihre zwei Kindern Gina und Jay werden erwähnt.

Dann nimmt der Text jedoch eine scharfe Wendung.

“Sie hat ihre Kinder verlassen”

“Im Jahr 1962 wurde sie von ihrem Schwager Lyle Dehmlow schwanger und zog nach Kalifornien.

Sie hat ihre Kinder Gina und Jay verlassen. Sie wurden dann von ihren Eltern Mr. und Mrs. Joseph Schunk in Clements aufgezogen.”

Weiterhin ist in dem Text zu lesen, dass Dehmlow jetzt “Gerechtigkeit erfahren wird”, dass “ihre Kinder Gina und Jay sie nicht vermissen werden und der Meinung sind, dass die Welt ohne sie ein besserer Ort ist.”

Wie zu erwarten hat sich der Nachruf rasch im Netz verbreitet. Die meisten Menschen reagieren schockiert auf die bösartige Anzeige.  

Einige Nutzer in sozialen Netzwerken haben sogar die Frage aufgebracht, warum die Zeitung den Nachruf überhaupt veröffentlicht hat.

Ein Austausch auf Twitter zwischen einer Nutzerin und der “Redwood Falls Gazette” macht deutlich, dass große Teile der Redaktion gegen die Veröffentlichung der Anzeige waren.

Mitarbeiter haben gegen Veröffentlichung protestiert

Nutzerin Aimee Elizabeth schrieb, dass die Zeitung sich für die Anzeige schämen solle: “Im Angesicht des Todes verdient jeder Mensch Würde und Respekt.”

Die “Redwood Falls Gazette” antwortete daraufhin: “Die meisten Mitarbeiter der Gazette sowie der Herausgeber haben gegen die Veröffentlichung protestiert, wurden jedoch überstimmt.”

Die Geschäftsführerin der “Redwood Falls Gazette” Lisa Drafall, sagte der HuffPost, dass die Familie dafür bezahlt habe, dass die Anzeige veröffentlicht wird. Sie wollte jedoch nicht auf die Frage eingehen, ob der Nachruf eine Diskussion in der Redaktion ausgelöst hat. 

Zumindest einer von Kathleen Dehmlows Verwandten ist der Meinung, dass ihr mit der Anzeige Unrecht getan wird.

Dwight Dehmlow sagte der Zeitung “Minneapolis Star-Tribune”, dass die Informationen in dem Nachruf richtig seinen, erwähnte aber auch, dass “viele Fakten nicht erwähnt werden.”

Dwight Dehmlow wollte nicht näher ausführen, in welcher Beziehung er zu der Verstorbenen stand. Er sagte: “Das Traurige daran ist, dass es keine Gegendarstellung gibt. Es steckt noch mehr dahinter. Es ist nicht einfach.”

Er sagte, dass Dehmlow ihr letztes Lebensjahr in einem Pflegeheim verbracht habe und dass ihre Schwestern bei ihr waren als sie verstarb.

“Sie hat vor 60 Jahren einen Fehler gemacht, aber wer hat das nicht?”, sagte er. “Hat sie es im Laufe der Jahre bereut? Ja.”

Dieser Text erschien zuerst bei HuffPost US und wurde von Gina Louisa Metzler aus dem Englischen übersetzt. 

(ks)