WIRTSCHAFT
05/11/2018 21:52 CET

So wird KI die Arbeitswelt verändern – diese 6 Fakten müsst ihr kennen

Auf den Punkt.

BTC Echo
Künstliche Intelligenz wird unser aller Leben beeinflussen – und tut es in vielen Bereichen längst. (Symbolbild)

Es ist ein Begriff, bei dem Top-Manager, Intellektuelle und Forscher zu Superlativen begreifen.

Google-CEO Sundar Pichai nannte die Künstliche Intelligenz für die Menschheit bedeutender als Feuer und Elektrizität. Das gehörte noch zu den nüchternen Analogien. Es geht noch viel dramatischer.

Der verstorbene Physiker Stephen Hawkins warnte deswegen davor, dass Künstliche Intelligenz gar die Menschheit auslöschen könnte. Und Tesla-Chef Elon Musk hält die Technologie für gefährlicher als Nuklearwaffen. 

Aber nun zu den Fakten:

1. Die KI-Revolution steht noch am Anfang:

Bislang arbeiten vor allem Tech-Giganten wie Facebook, Amazon und Google mit Künstlicher Intelligenz. Kein Wunder: Die Geschäftsmodelle der Unternehmen basieren auf gigantischen Datenmengen.

► Laut einer McKinsey-Studie aus dem Jahr 2017 nutzt zwar mehr als jedes zweite Unternehmen KI.

► Doch nur knapp zwölf Prozent haben es in ihr Geschäftsmodell integriert. Wir erleben also erst den Anfang der KI-Revolution.

2. Schon jetzt aber verändert KI den Arbeitsalltag:

Schon jetzt machen sich virtuelle Assistenten im Arbeitsalltag breit – und ersetzen vor allem monotone Aufgaben.

► Mailprogramme schlagen Antwortmöglichkeiten vor, priorisieren E-Mails und spülen unbeantwortete Konversationen im Postfach wieder nach oben. 

► Und über Slack, ein Messenger-Programm, können Chefs leichter nachvollziehen, wie schnell Angestellte Aufgaben erledigen.  

3. Die KI wird Jobs vernichten:

Künstliche Intelligenz wird Menschen in Zukunft allerdings auch bei hochkomplexen Aufgaben unterstützen. Akten lesen, Programmieren, Diagnosen erstellen – bei all diesen Aufgaben kann Software schneller, günstiger und zuverlässiger arbeiten als der Mensch.

► Laut McKinsey könnten so bis zum Jahr 2030 375 Millionen Jobs durch Künstliche Intelligenz ersetzt werden. Das ist weltweit fast jeder siebte Job.

► Die OECD kommt in einer Studie zu einem ähnlichen Ergebnis. Jeder fünfte Arbeitsplatz wird in den kommenden 15 bis 20 Jahren verschwinden, schreiben die Forscher.

Weitere 36 Prozent der Arbeitnehmer müssten sich darauf einstellen, dass sich ihr Arbeitsalltag teils radikal verändert. Das bedeutet: Die KI-Revolution geht an fast keinem Arbeitnehmer vorbei.

Am stärksten betroffen sind Gebäudereiniger, Hilfsarbeiter, Bergarbeiter und Arbeiter in der Industrie. Hier liegt die Wahrscheinlichkeit, von Robotern oder Software ersetzt zu werden, laut OECD bei knapp 60 Prozent. 

4. Deutsche Jobs sind besonders betroffen:

Deutsche Jobs sind laut der OECD-Studie besonders anfällig, weil die Industrie im Land eine gewaltige Rolle spielt.

► Es gibt aber auch einen ungewöhnlichen Grund für die KI-Anfälligkeit in Deutschland. ”Die deutschen Jobs erfordern tendenziell weniger soziale Intelligenz als ähnliche Berufe in anderen Ländern“, sagte Forschungsleiterin Glenda Quintini der “Welt”.

Und je höher die Bedeutung sozialer Intelligenz im Beruf ist, desto sicherer ist der Job in der Konkurrenz zur Künstlichen Intelligenz.

5. KI wird auch neue Jobs entstehen lassen:

KI wird nicht nur Jobs vernichten, sondern auch neue entstehen lassen. Das ist unter anderem das Ergebnis einer vom Bundesforschungsministerium beauftragten Studie des Forschungsinstituts ZEW, die im April 2018 veröffentlicht wurde. 

► Vor allem “analytische und interaktive Berufe” seien in der Zukunft noch gefragter, heißt es in der Studie. So sagen die Forscher einen Jobboom in den Branchen Energie- und Wasserversorgung, Elektronik und Fahrzeugbau voraus.

► Die “Zeit” schrieb in ihrer jüngsten Ausgabe: “Künstliche Intelligenz verschiebt das Berufsspektrum in Richtung höherer Komplexität, bei der neue Tätigkeitsfelder entstehen.”

Als Beispiele neuer Berufe zählt das Magazin “Mediatoren und Moderatoren, Konnektoren und Kuratoren, Coaches und Lebensbegleiter, Traffic-Manager, Gesundheits-Provider, Achtsamkeits-Agenten und Schönheits-Designer” auf.

► Und urteilt: “Die Anzahl dieser Berufe wird die Anzahl der Tätigkeiten der alten Industriegesellschaft übersteigen und menschliche Kreativität freisetzen.”

Mehr zum Thema: Liebe Deutsche, hört endlich auf, ständig Angst vor Künstlicher Intelligenz zu haben

6. KI kann zu mehr Überwachung am Arbeitsplatz führen:

Chefs können mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ihre Arbeitnehmer besser kontrollieren als je zuvor.

Amazon hat ein Armband patentiert, das die Handbewegungen der Lageristen aufzeichnet und vibriert, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen.

► Ein anderes Armband hat das Startup Humanyze entwickelt. Das Gerät zeichnet auf, wie die Angestellten miteinander interagieren. 

► Cogito analysiert die Sprache von Callcenter-Mitarbeitern und vergibt einen “Empathie-Wert“, der aufzeigt wie verständnisvoll und schnell Angestellte Kundenbeschwerden abarbeiten.

Die KI-Revolution auf den Punkt gebracht: 

Ja, Künstliche Intelligenz wird viele Jobs vernichten – besonders im Bereich der Industrie. 

Und ja, auch Deutschland wird davon betroffen sein.

Aber: Künstliche Intelligenz wird auch neue Arbeit schaffen. Arbeit, die laut Experten das Wohlbefinden und die Kreativität der Menschen steigern wird. 

HuffPost

(jg)