POLITIK
16/11/2018 17:39 CET | Aktualisiert 16/11/2018 18:10 CET

"Nicht mehr zumutbar": FDP-Politiker warnt vor weiteren Fahrverboten für Benziner

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dpa

► Der Verkehrspolitiker und Vize der FDP-Bundestagsfraktion Frank Sitta hat vor weiteren Fahrverboten für Benziner gewarnt. “Ich halte auch weitere Fahrverbote für Benziner früher oder später für möglich”, sagte er der HuffPost.

► “Die Feinstaub-Belastung ist vor allem an vielbefahrenen Straßen in Großstädten ein Problem”, sagte Sitta. “Wenn nun Autofahrer von einem Diesel auf einen gebrauchten Benziner umsteigen, wird auch die Feinstaub-Belastung zunehmen. Dann würde die Diskussion schnell auch auf relativ moderne Benziner kommen.”

► Vor diesem Hintergrund kritisierte er auch die Bundesregierung. “Leider hat diese sowohl in dieser auch in der Diesel-Frage viel zu spät reagiert. Wir sind an einem Punkt, den man den Autofahrern nicht mehr zumuten kann”, sagte Sitta.

Warum die Debatte über Fahrverbote wieder aufgeflammt ist:

► Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte am Donnerstag eine Fahrverbotszone für Essen angeordnet, die neben Diesel-Autos auch für Benziner der Klasse Euro 2 und älter umfassen soll. Das Land Nordrhein-Westfalen will Berufung gegen das Urteil einlegen.

► “Die Ankündigung, auch den Verkehr auf der A40 in Essen für Dieselautos zu sperren, ist völlig absurd”, sagte Sitta dazu. “Hier wird ein totales Verkehrschaos fabriziert, das niemandem hilft – auch nicht der Gesundheit der Bevölkerung.”

Was die Messwerte sagen: 

► Nach Berechnungen des Instituts des Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer an der Universität Duisburg-Essen verbesserte sich die Stickoxid-Belastung im Ruhrgebiet in den ersten neun Monaten des Jahres kaum.

► Die neuesten Messwerte – etwa an der Kurt Schumacher-Straße in Gelsenkirchen und der Gladbecker Straße in Essen – seien “ernüchternd”, sagte Dudenhöffer. Dort hätten sich die NO2-Messwerte lediglich um 1,8 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent verbessert.

(ll)