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08/05/2018 17:04 CEST | Aktualisiert 08/05/2018 17:04 CEST

Das müsst ihr lernen, um nicht von einem Roboter ersetzt zu werden

Ihr könnt euch schon jetzt vorbereiten.

PeopleImages via Getty Images
Der menschliche Mitarbeiter der Zukunft besitzt übergreifendes technologisches Verständnis, ist kreativ und innovativ, flexibel und anpassungsfähig.

Vielleicht hat es noch nicht jeder gemerkt, aber die Digitalisierung trifft heute jeden. Waren früher nur die Fließbandarbeiter in der Industrie betroffen, ist es heute der gesamte Mittelstand.

Und auch Aufgaben vermeintlicher Spezialisten – Chirurgen, Juristen, Architekten, Sachbearbeiter – können zukünftig effizienter oder effektiver durch digitale und automatisierte Prozesse, künstliche Intelligenz oder lernende Roboter ausgeübt werden.

Laut einer Studie der Technischen Hochschule Nürnberg zählen zu den so genannten Risky Skills, also denjenigen Fähigkeiten, die bald nicht mehr gebraucht werden, grundsätzlich alle Kompetenzen im Bereich sich wiederholender Aufgaben. Also Aufgaben, die nach einem immer gleichen Standard immer wieder gleich erledigt werden  zum Beispiel in der Buchhaltung oder im Sekretariat.

Alles, was nicht strategisch, nicht kreativ und nicht emotional ist, kann auch von Robotern erledigt werden. 

► Informations- und Nachrichtentexte schreiben oder Standardverträge erstellen – das ist schon jetzt kein Problem mehr für Maschinen.

Junge Menschen sind im Vorteil

Wer also auch weiterhin am Arbeitsmarkt attraktiv bleiben möchte, muss umdenken und sich in Bereichen fit machen, die kein Computer erledigen kann.

► Welche Kompetenzen sind zukünftig gefragt? Vor allem wohl Fähigkeiten in den Bereichen Big Data, Coding und IT-Security.

Der menschliche Mitarbeiter der Zukunft in diesen Bereichen besitzt übergreifendes technologisches Verständnis, ist kreativ und innovativ, flexibel und anpassungsfähig.

Fachkenntnisse sind ein Muss, aber sie bringen nur denen etwas, die auch verstehen, wie man sie produktiv an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine einsetzt. 

Digital Natives, die mit den neuen Technologien aufwachsen, haben einen großen Vorteil. Sie gehen spielerischer und unvoreingenommener mit neuer Technik um.

Das Problem: Wir alle bleiben leider nicht ewig jung, die nächste Generation steht immer bereits in den Startlöchern.

► Deshalb wird lebenslanges Lernen in Zukunft eine noch viel größere Bedeutung bekommen.

Technisches Knowhow ist das eine – lebenslanges Lernen das andere

Schulausbildung, Uni oder eine Ausbildung als Grundlage reichen nicht mehr für das ganze Leben. Zumal sich der Lehrplan – wenn überhaupt – erst sehr zeitverzögert an die wirtschaftliche und technische Realität anpasst.

Eine hierarchische Weitergabe von Wissen ist – auch in Unternehmen – zu langsam für den dynamischen Wirtschaftswandel unserer Zeit. Jeder muss seine Wissenslücken selbstständig finden und schließen. Und das ständig. 

Um sich gefragte Future Hot Skills anzueignen, muss man erst einmal wissen, wie man selbst am besten lernt. 

Wissenslücken zu erkennen, Lernziele klar zu definieren und daraus einen individuellen Lernplan zu entwickeln, das gehört zur immer wichtiger werdenden Selbstlernkompetenz.

Wer die besten Bedingungen für sich selbst kennt und weiß, welche Motivation für ihn hinter dem Lernen steckt, dem fällt das Ganze am Ende leicht.

Geteiltes Wissen ist Macht

Um in der Fülle der Informationen den Überblick zu behalten, hilft ein persönliches Wissensmanagement. Hinter dieser sperrigen Bezeichnung versteckt sich die Fähigkeit, Informationen auszuwählen, sie zu sichten, zu bearbeiten und zu verwalten.

Das Wichtigste dabei ist, diese Informationen mit eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen anzureichern – und sie mit anderen zu teilen.

Denn: Die Anhäufung von Wissen hilft niemandem. Das Sprichwort “Wissen ist Macht“ hat ausgedient.

In unserer dynamischen Zeit kann niemand mehr alles wissen. Wir müssen uns clever vernetzen und einen Beitrag zur gemeinsamen Weiterentwicklung leisten.

Wo sind deine Wissenslücken?

Die ersten Schritte sind denkbar einfach:

► Beobachte das Umfeld an deinem Arbeitsplatz. In welchem Bereich gab es in der letzten Zeit Veränderungen, die dich betreffen? Wo solltest du schon länger einem neuen Prozess folgen und tust es nicht, weil du noch Wissenslücken hast?

► Gibt es etwas, das du nicht richtig beherrschst, dir aber wünschst – oder es wird sogar von dir erwartet? Wenn du ehrlich zu dir bist, dann weißt du selbst ganz gut, in welchen Bereichen du Nachholbedarf hast.

Nun geht es los:

► Halte dieses “Lernfeld“ schriftlich fest und formuliere ein möglichst konkretes Lernziel. Damit ist gemeint, dass du so genau wie möglich beschreiben sollst, wie der Idealzustand aussieht und was du dafür können oder lernen musst.

► Im nächsten Schritt überlegst du dir, innerhalb welches Zeitraums du diese Wissenslücke schließen möchtest. Schätze so realistisch wie möglich ein, wie lange du dich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen musst, um deine Wissenslücke zu schließen.

► Erst wenn das klar und deutlich auf dem Zettel steht, bestimmst du, wie oft und wie lange in der Woche du deine Lernzeit einplanen kannst. Reserviere dir eine feste Lernzeit in deinem Kalender. Und sorge in dieser Zeit für Konzentration und Ruhe.

► Besser du arbeitest 15 Minuten und hochkonzentriert als 60 Minuten in einer Umgebung, in der du ständig gestört wirst.

Der richtige Zeitpunkt für Höchstleistungen

Perfekt ist, wenn du deine Lernzeit in deine Hochleistungszeit legst. Die ist bei vielen entweder gleich morgens zwischen 8 und 11 Uhr oder wieder ab 16 bis 20 Uhr.

Auch kurz vor dem Einschlafen zu lernen oder zu wiederholen, ist eine schlaue Taktik. Denn das Gehirn verarbeitet Gelerntes im Schlaf, was sich positiv auf die Verankerung von Informationen und Wissen auswirkt.

Übrigens: Vielleicht hast du einen Vorgesetzten oder bist selbst Führungskraft. Und vielleicht hast du auch schon von der Forderung gehört, dass Führungskräfte als Lerncoaches agieren sollen. Das mag im ersten Moment gut und sinnvoll klingen.

Aber: Auch Chefs brauchen Zeit und die Gelegenheit, das eigene Lernen zu reflektieren und Selbstlernkompetenzen zu entwickeln. Das alles geht nicht von heute auf morgen. Schlage deinem Teamleiter (oder deinen Mitarbeitern) doch einfach ein gemeinsames Lernprojekt vor.

Etwas, an dem alle gemeinsam im Team etwa eine Stunde die Woche lernen und wovon sowohl das Unternehmen als auch das Team und die Mitarbeiter profitieren. So entwickelt ihr euch gemeinsam.

Dir fällt kein Thema ein? Dann greif doch einen Punkt aus dem Bereich der Digitalisierung, der Technik oder der Datenanalyse auf.

► Du wirst dich eines Tages freuen, wenn du dich frühzeitig fit gemacht hast.

(jg)