ELTERN
21/06/2018 14:02 CEST

Mutter sammelte auf Facebook 15 Millionen Dollar, um 2-Jähriger zu helfen

Politiker und Prominente unterstützen die selbstlose Aktion.

John Moore via Getty Images
An der US-amerikanischen Grenze zu Mexico werden Kinder von ihren Eltern getrennt. (Symbolbild)
  • Die US-amerikanische Immigrationspolitik sorgt gerade auf der ganzen Welt für Unverständnis. 
  • Eine Mutter wollte nicht tatenlos zusehen, wie Kinder an der Grenze von ihren Eltern getrennt werden und startete eine Spendenaktion auf Facebook.

Das Bild eines zweijährigen honduranischen Mädchens, das an der amerikanischen Grenze vom US-Grenzschutz von ihren Eltern getrennt wurde, ging in den letzten Tagen um die Welt. 

John Moore via Getty Images
Dieses Bild ging um die Welt: Ein zweijähriges Mädchen weint, während ihre Mutter an der US-Grenze zu Mexiko festgenommen wird.

Seit Mai nehmen die US-Behörden illegale Einwanderer an der Grenze zu Mexiko fest. Da ihre Kinder nicht mit ihnen inhaftiert werden dürfen, werden die diese von ihren Eltern getrennt und in Auffanglager gebracht.  

Rund 3000 Kinder wurden bisher ihren Eltern entrissen und teilweise in Käfigen in die Einrichtungen transportiert. Die “Null-Toleranz”-Politik der US-amerikanischen Regierung schockiert nicht nur die Amerikaner, sondern die ganze Welt. 

► Viele Politiker sprachen sich gegen das Vorgehen aus und zahlreiche Menschen demonstrierten auf offener Straße gegen die Politik des Weißen Hauses.

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Eine Mutter will Geld für eine Familie sammeln

Auch die Amerikanerin Charlotte Willner und ihr Mann Dave sahen das Bild des kleinen Mädchens aus Honduras. “Ich bin eine Mutter – speziell eine Mutter mit einem Kind im gleichen Alter, wie das Mädchen ... Wenn ich ihr Gesicht sehe, sehe ich das meiner eigenen Tochter”, schrieb Willner auf  Facebook. 

Sie habe nicht länger tatenlos zusehen wollen und startete deswegen auf Facebook eine Spendenaktion. Ihr Ziel: 1500 Dollar (knapp 1300 Euro) für die gemeinnützige Organisation RAICES sammeln, um ein Elternteil mit seinem Kind wieder vereinigen zu können. RAICES ist die größte Hilfsorganisation in Texas, die Bildung und Rechtsbeistand für Flüchtlinge und Einwanderer bereitstellt. 

Am 16. Juni veröffentlichte Willner den Facebook-Post mit der Spendenaktion.

► Mittlerweile sind mehr als 15 Millionen US-Dollar (knapp 13 Millionen Euro) für die Hilfsorganisation zusammengekommen. Wie die amerikanische Fernsehshow “Today” berichtete, sei es die größte Spendenaktion in der Geschichte von Facebook. 

Als sich der Wert der fünf Millionenmarke näherte, veränderte Facebook seine Richtlinien, damit die Spendenaktion weiterlaufen könne. Das jetzige Ziel sind 20 Millionen US-Dollar (etwa 17 Millionen Euro).

Jenny Hixon, Direktorin bei RAICES, erklärte “Today”, dass die Willners von der Reaktion auf ihre Aktion genauso überrascht schienen, wie die Organisation selbst. “Wir können ihnen nicht genug für ihre unglaubliche Güte danken”, sagte Hixton. 

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Trump gibt dem Druck der Öffentlichkeit nach

► Unter dem Druck der öffentlichen Proteste beendete US-Präsident Donald Trump am gestrigen Mittwoch mit einem Präsidentendekret die Trennung der Kinder von ihren Eltern

Das bedeute aber nicht das Ende der “Null-Toleranz”-Politik gegenüber illegalen Einwanderern, gab er bekannt. Stattdessen werden die Kinder jetzt zusammen mit ihren Eltern in Gewahrsam genommen. 

Auch wenn die Gefahr der Trennung für Einwanderer jetzt gebannt scheint, bliebe unklar, wie die bereits getrennten Kinder wieder mit ihren Eltern vereinigt werden sollten, erklärte Hixon der TV-Show. 

“Wenn man kein Rechtsbeistand hat, hat man in dem Rechtssystem keine Chance.” Mit dem Geld, dass die Organisation jetzt bekommt, wären sie in der Lage sehr vielen Kindern zu helfen. 

Sie sieht die unglaubliche Resonanz auch als Zeichen, was man erreichen könne, wenn man sich für etwas einsetze. Auch Charlotte Willner machte es Hoffnung. 

“In einer Zeit, in der die Spaltung immer größer wird, sollte man sich daran erinnern, dass Amerikaner noch zusammenkommen können, um zu sagen ‘Das ist falsch’ und etwas dagegen tun können.”