WIRTSCHAFT
22/03/2018 13:36 CET | Aktualisiert 22/03/2018 16:13 CET

Facebook: Account löschen oder deaktivieren – so geht's

Facebook macht einem diesen Schritt nicht leicht – auch nach dem Daten-Skandal.

Tom Werner via Getty Images
Wem 14 Tage zu kurz sind, um die Abstinenz von Facebook zu testen, dem bietet das Portal eine andere Möglichkeit an.
  • Ein Facebook-Konto löschen oder es nur zu deaktivieren – das ist ein Unterschied
  • Wie ihr eure Daten auch mit einem Profil besser schützen könnt

Der Daten-Skandal um Facebook lässt den einen oder anderen darüber nachdenken: Einfach mal Schluss machen mit dem Internetriesen. Das Profil bei Facebook löschen, damit die eigenen Daten vielleicht ein bisschen sicherer sind.

Doch Facebook macht einem diesen Schritt nicht leicht. Warum sollte das Unternehmen es auch tun? Das wahre Geschäft hinter Facebook ist nicht das Verbinden von Menschen, sondern das Sammeln von Daten.

Selbst wenn ihr euren Account deaktiviert, kann das US-Unternehmen noch auf ihre Informationen zugreifen.

Lange Zeit behielt Facebook sogar die Daten von Usern, die ihr Profil gelöscht haben. Erst seit 2008 gibt es bei Facebook überhaupt die Option, seine Daten dauerhaft zu löschen.

Wenn man geduldig ist – und man Zeit zum Suchen hat.

Das Facebook-Konto dauerhaft löschen

Denn die Option, das Konto dauerhaft zu löschen, hat Facebook – wissentlich um die Gefahren für das eigene Geschäftsmodell – gut versteckt. Aber es ist nicht unauffindbar:

► Öffnet zunächst die “Hilfe”: Hierfür klickt ihr auf das blaue Fragezeichen, das ihr in der Statusleiste rechts oben findet.

► Im zweiten Schritt müsst ihr in der Suchleiste oben “Konto löschen” eingeben. Als Antwort wird euch der Artikel “Wie lösche ich mein Konto dauerhaft?” angeboten. Den wählt ihr aus.

Am Ende des ersten Absatzes, klickt ihr auf “teile es uns mit”. Oder ihr macht es euch einfach, und klickt hier. Dann geht das Aktionsfenster auf.

► “Mein Konto löschen” – hier geht’s

Wer hier das blaue Feld “Mein Konto löschen” wählt und der anschließenden Bestätigung zustimmt, muss nur noch warten.

► 14 Tage lang. In dieser Zeit könnt ihr euer Konto wieder problemlos reaktiveren, indem ihr euch einfach wieder anmeldet. Das hofft Facebook vermutlich auch. Nehmt es als Test.

► Wer standhaft bleibt, dessen Daten löscht der US-Konzern dann auch wirklich. Jedenfalls startet dann der Lösch-Prozess, der bis zu 90 Tage dauern kann.

Inwieweit die Daten dann aber auch von den Facebook-Servern verschwinden, ist laut dem Nachrichtenportal “Stern” nicht klar.

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Ihr könnt euer Facebook-Konto löschen oder deaktivieren. 

So deaktiviert ihr euer Facebook-Konto

Wem 14 Tage zu kurz sind, um die Abstinenz von Facebook zu testen, dem bietet das Portal eine andere Möglichkeit an: das Konto zu deaktivieren. Dabei werden aber eure Daten nicht gelöscht. Jedoch sind eure geteilten Inhalte und Nachrichten für andere Nutzer nicht mehr sichtbar.

► Geht in der Statusleiste auf den nach unten gerichteten blauen Pfeil. Wählt “Einstellungen” aus.

► Unter dem Punkt “Konto verwalten” könnt ihr euer Konto deaktivieren.

► Auch diese Option findet Facebook nicht so gut: “Bist du sicher, dass du dein Konto deaktivieren möchtest?”

Facebook sagt zwar nicht nein, aber nennt fünf Freunde, die euch vermissen (könnten). Unter deren Bilder könnt ihr den Grund eures Austritts anklicken und – wenn ihr wollt – eure Begründung abgeben.

Um eure Ruhe vor Facebook zu haben, könnt ihr “Ich möchte in Zukunft keine E-Mails von Facebook mehr erhalten” zustimmen.

► Wenn ihr nun auf “Deaktivieren” geht, ist es vollbracht. Facebook kann aber weiterhin auf eure Daten zugreifen. 

Tipps für das Verhalten auf Facebook

Wem beide Schritte zu radikal sind, sollte aber vielleicht sein Facebook-Verhalten überdenken.

Die HuffPost USA hat hier fünf leicht umsetzbare Tipps zusammengeschrieben.

1. Loggt euch nicht über Facebook bei anderen Apps ein 

Sicher, es ist bequemer, Facebook zu verwenden, um sich bei anderen Apps anzumelden. Denn wer kann sich an ein paar Millionen Passwörter für all diese verschiedenen Seiten erinnern?

► Aber wenn ihr es tut, gebt ihr der anderen App die Erlaubnis, auf deine Informationen auf Facebook zuzugreifen. Und wer weiß, was sie als Drittanbieter-Seiten damit anfangen?

2. Denkt daran, dass der schwächste Link jemand ist, der mit euch verbunden ist

Lasst uns annehmen, dass ihr den Rat beherzigt habt, nur Freunde auf Facebook anzunehmen, die ihr tatsächlich im wirklichen Leben kennt. 

Ihr könnt eure Nachrichten sogar noch differenzierter verteilen, private Meldungen nur an die Familie, Berufliches nur an Kollegen.

► Wenn ihr Fremden die Facebook-Tür öffnet, übergebt ihr ihnen den Schlüssel zu euren Daten. Das ist auch bei öffentlichen Updates der Fall, die ihr für Freunde von Freunden zugänglich macht.

Manche haben auch ihre Arbeitskollegen in der Freundesliste. Dies kann heikel werden, solltet ihr euch über jemanden im Büro beschweren oder ein unangemessenes Foto hinzufügen. 

3. Lasst andere nicht auf eurer Timeline posten

Wollt ihr wirklich, dass der Party-Kumpane aus der Uni-Zeit Fotos als Erinnerungen teilt, die zeigen, wie ihr beide im Müllcontainer aufgewacht seid? “Gute Zeiten, Mann, gute Zeiten.” Euer zukünftiger Arbeitgeber stimmt dem vielleicht nicht zu.

Uni-Mitarbeiter, zukünftige Arbeitgeber, sogar zukünftige Ehepartner werden euch alle online überprüfen. Behaltet zumindest über eure eigene Timeline die Kontrolle und meidet Scherzbolde und andere, die euch unwissentlich Schaden zufügen könnten.

► Genauso müsst ihr auch eure Krankengeschichte wahrscheinlich nicht öffentlich posten.

4. Teilt zurückhaltend

Selbst der harmloseste Beitrag kann den Identitätsdieben in die Hände spielen. Ihr liebt es, all diese glücklichen Geburtstagswünsche auf Facebook zu bekommen? 

Dann solltet ihr wissen, dass das Geburtsdatum ein wichtiges Glied bei der Überprüfung eurer Identität ist. Die Funktion von Facebook, sich an deinen Geburtstag zu erinnern und all deine Freunde zu benachrichtigen, ist süß – und gefährlich.

► Es gibt auch keinen Grund, mit dem Location-Tagger auf Facebook zu posten. Facebook-Orte lassen deine Freunde wissen, wo du bist und was du machst. Darüber hinaus spammt euch Facebook mit Updates über die Aufenthaltsorte der anderen zu.

Wenn ihr in Ruhe euren Kaffee trinken möchtet, stellt sicher, dass eure Facebook-Datenschutzeinstellungen euren Anforderungen entsprechen.

5. Weniger “Gefällt mir”, mehr Vorsicht

Wir bekommen alle eine Menge Anfragen, um etwas auf Facebook zu liken – eine Gruppe, einen Post, einen Film, ein Buch oder einen Ort. Tonnen von ihnen. Diese Likes sind die Grundlage für unser Datenprofil.

► Seid bedacht, was ihr auf allen Social-Media-Seiten sagt, einschließlich auf Facebook. Genießt die Seite für das, was sie uns bietet: die Fähigkeit, in Kontakt zu bleiben und die Momente des Lebens mit Menschen zu teilen, die wir kennen.

Die Tipps sind zu erst bei der HuffPost US erschienen und von Caroline Holzschuher aus dem Englischen übersetzt worden.