LIFE
10/10/2018 18:56 CEST

Expertin über Sex in Beziehungen: Diese 4 Phasen werdet ihr durchleben

Jede Beziehung ist anders – trotzdem kann fast eine jede in 4 Phasen eingeteilt werden.

Pekic via Getty Images
Im Laufe der Jahre verändert sich der Sex in einer Beziehung – das heißt aber nicht, dass er schlechter wird. 
  • Im Laufe der Jahre verändern sich die meisten Liebesbeziehungen stark – gerade in Sachen Sex.
  • Bei wem jedoch gerade Flaute im Bett herrscht, muss sich keine Sorgen machen: Denn jede Beziehung durchläuft 4 Sex-Phasen, in denen es auf und ab geht. 

Wer schon länger mit seinem Partner zusammen, vielleicht sogar verheiratet ist, kennt es: Irgendwie bleibt eine Beziehung nie ganz so, wie sie angefangen hat.

► Sie verändert sich ständig, entwickelt sich weiter und durchläuft Höhepunkte und Flauten – vor allem in Sachen Sex. 

Und das ist völlig normal. Paartherapeuten sind sich nämlich sicher: Tatsächlich kann fast eine jede langjährige Beziehung grob in vier Phasen eingeteilt werden. 

► Wer also vorhat, mit seinem Lieblingsmenschen bis zum Lebensende zusammen zu sein, wird folgende vier Sex- und Beziehungsphasen mit großer Wahrscheinlichkeit früher oder später durchleben.

1. Die Verliebtheits-Phase

“Zuerst ist da die Verliebtheits-Phase zwischen zwei Menschen”, sagt die systemische Paartherapeutin Manuela Komorek der HuffPost. “Da haben die meisten Paare sicherlich öfters Sex als später in der Beziehung und bringen eine gewisse Offenheit gegenüber Sexualität mit.” 

Wahrscheinlich könnte diese Phase ebenso gut mit der allgemein bekannten “rosaroten Brille” beschrieben werden. Laut einer Studie des Online-Dating-Anbieters “Parship” aus dem Jahr 2013 hat unter 1000 Befragten jeder fünfte täglich Sex mit dem Partner – wenn er seit zwei Jahren oder kürzer liiert ist. 

► Die sexuelle Aktivität nehme jedoch danach ab. 

“Zuerst läuft alles super, viele Paare sehen aneinander nur Vorteile und dementsprechend gut sollte auch der Sex sein”, erklärt Christiane Salamon, Paar-und Sexualtherapeutin in Remscheid. Diese Phase dauere meist ein- bis eineinhalb Jahre. 

Danach kann es sein, dass sich in eurer Beziehung – und vor allem in eurem Schlafzimmer – etwas verändert. 

2. Die Gewöhnungsphase

“Bei vielen Paaren kommt dann eine Phase, die ich als ‘Gewöhnungsphase’ bezeichnen würde – die beginnt meistens, wenn das Paar einen gemeinsamen Alltag miteinander verbringt. Dann rutschen sie auch oft in den Alltagssex ab”, erklärt Komorek der HuffPost.

Jeder der beiden Partner wisse dann, was ihn im Bett mit der anderen Person erwartet – und das könne langweilig werden. 

“Wenn man alles einmal ausprobiert hat, kommt es zur Routine und meist gibt man sich weniger Mühe”, so Salamon. 

“Die Partner einigen sich in Sachen Sex auf den kleinsten gemeinsamen Nenner”, ergänzt Komorek. “Oft fehlt dann die Lust und der Sex wird weniger.”

Natürlich ist nicht jede Beziehung gleich. Jedes Paar ist in seiner Entwicklung wohl sehr individuell – und je nachdem kann diese zweite Phase auch völlig anders ablaufen. Komorek ist sich jedoch sicher: “Selbst, wenn man es nicht so bezeichnet: In jeder längeren Beziehung gibt es eine Phase, in der die Sexualität einschläft.

Das sei überhaupt kein Problem, solange beide Partner mit dieser Entwicklung zufrieden sind. Für alle anderen gibt es einen Lichtblick: Wenn die Gewöhnungsphase überstanden ist, kann es im Schlafzimmer noch heißer werden als je zuvor.  

3. Die Wiederentdeckungsphase

Damit das funktioniert, brauchen Paare jedoch Disziplin und Geduld – vor allem, wenn der Alltag sie im Griff hat. 

Wichtig ist dabei, sich Zeit füreinander zu nehmen, zur Not eine gemeinsame Zeit in die Wochenplanung miteinzubeziehen: Eine oder mehrere Stunden, in denen man entweder Sex hat oder erstmal nur gemeinsam über Sex spricht, Wünsche erklärt oder auch einfach mal nur daliegt und sich ohne Worte berührt”, rät Komorek. 

► Was am Besten funktioniert, muss wohl jedes Paar individuell herausfinden.

“Wenn die Gewöhnungsphase dann überstanden ist, wird es oft in Beziehungen auch wieder heißer. Dann kann man zusammen neue Dinge ausprobieren und die Sexualität wieder neu entdecken”, so die Expertin. 

4. Die letzte Phase

Diese vierte und letzte Phase erlebt ihr wahrscheinlich nur, wenn ihr vorhabt, mit eurem Partner alt zu werden. Denn im gemeinsamen Alterungsprozess verändert sich auch im Sexleben so einiges. 

Plötzlich sieht sich ein Paar mit einer ganz anderen Herausforderung konfrontiert als nur mit der fehlenden Lust – nämlich mit der Zeit. 

Eine Frau kommt vielleicht langsam in die Wechseljahre, ein Mann liefert vielleicht nicht mehr die Performance, die er gerne liefern würde”, so Komorek. ”Auch dann ist es wichtig, keinen Druck aufkommen zu lassen und sich für seine Sexualität Zeit zu nehmen.”

Schließlich kann es auch im Alter mit dem Sex noch gut funktionieren. So haben 30 Prozent der über 80-Jährigen, die in einer Partnerschaft leben, immer noch regelmäßig Sex, sagt Salamon der HuffPost. 

Ein Zeichen dafür, dass mit Vertrauen und Kommunikation eine Beziehung sehr lange aufregend bleiben kann. 

(mf)