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18/12/2018 13:21 CET

Expertin: Das solltet ihr eurem Partner sagen, wenn ihr fremd gegangen seid

“Ich bin kein Freund von Lügen.”

Westend61 via Getty Images
„Warst du da mit xy zugange?“ Dann müssen wir sagen: „Ja, war ich“.
  • Mit einem Seitensprung umzugehen, fällt vielen Menschen schwer. 
  • Die Sextherapeutin Andrea Schal verrät, was man seinem Partner erzählen sollte, wenn man fremdgegangen ist.

Wer fremdgeht, steht vor der Wahl: beichten oder verheimlichen? Schließlich werden viele Fremdgeher von einem schlechten Gewissen geplagt. Die Kölner Paartherapeutin Andrea Schaal hat Focus Online erklärt, was ihr eurem Partner wirklich erzählen solltet, wenn ihr ihn betrogen habt.

Beichten sei dabei die schlechteste Möglichkeit – zumindest, wenn es nur deswegen geschehe, um ein reines Gewissen zu haben, sagte Schaal Focus Online.

One-Night-Stands für sich behalten

Der Fremdgeher hätte in diesem Fall nämlich zuerst mit jemand anderem seinen Spaß gehabt und sein schlechtes Gewissen dann auch noch beim betrogenen Partner abgeladen, sagte die Paartherapeutin. “Das ist wirklich mies.”

Außerdem sei es wichtig zu unterscheiden, ob das Fremdgehen nur ein einmaliger “Ausrutscher” war oder eine längere Affäre ist.

Mehr zum Thema: Seitensprung-Expertin: Es gibt nur einen Weg, die Beziehung nach dem Fremdgehen zu retten

Sei es nur ein bedeutungsloser One-Night-Stand gewesen, könne man den Seitensprung für sich behalten und solle sich dann selbst mit seinem Verhalten auseinandersetzen. So viel Privatsphäre dürfe man sich zugestehen.

Mit dem schlechten Gewissen müsse der Fremdgeher dann allein zurechtkommen. “Das auf den Partner abzuladen, ist einfach nur feige”, meint Schaal.

Ehrlichkeit braucht Mut

Wenn aus dem “Ausrutscher” jedoch eine Affäre würde oder der fremdgehende Partner beim One-Night-Stand etwas ausleben wollte, was in der Beziehung fehle, dann rät sie, das mit dem Partner besprechen.

“Und im Zweifelsfall auch beichten”, sagte Schaal.

Auf direkte Nachfragen sollte man aber immer ehrlich antworten. “Ich bin kein Freund von Lügen”, sagte die Paartherapeutin.

“Wenn uns der Partner fragt: ‘Was war denn da auf der Weihnachtsfeier? Warst du da mit xy zugange?’ Dann müssen wir sagen: ‘Ja, war ich.’”

Wie Beziehungen generell erfordere so ein Geständnis aber viel Mut, sagte Schaal.  

Machen unsere Gene uns untreu?

Ob die Beziehung nach einem solchen Geständnis noch hält, kommt auf verschiedene Dinge an. Die Sex-Trainerin Vanessa del Ray sagte der HuffPost, dass das oft davon abhänge, ob der Betrogene über den Vorfall hinwegkommt.

Das kann sehr schwierig sein. Denn die Angst, dass es noch einmal geschieht ist groß – und berechtigt, wie eine Studie der Universität Binghamton aus dem US-Bundesstaat New York nahelegt.

Entscheidend sei ein Gen namens DRD4, das dabei helfe, das Glückshormon Dopamin zu regulieren. Es tritt bei Menschen in unterschiedlicher Ausprägung auf.

Keine genetische Entschuldigung

Etwa jeder Fünfte trägt die Variante DRD4-7R. Verschiedene Studien konnten belegen, dass Träger des DRD4-7R-Gens zu bestimmten Verhaltensweisen neigen.

Sie seien zum Beispiel neugieriger, risikofreudiger, rastloser und aufgeschlossener. Und neigen demnach auch häufiger zu Seitensprüngen.

Trotzdem sollte niemand seine Gene gegenüber dem Partner als Entschuldigung für Untreue nutzen. Die Wissenschaftler betonen: Es gibt keinen zwangsläufigen Zusammenhang zwischen Erbgut und Seitensprung

(ak)