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23/04/2018 17:55 CEST

"Exorzist"-Regisseur wird Zeuge von echtem Exorzismus – so war es für ihn

“Die Ärzte haben gesagt: Wir wissen nicht, was das ist. Es ist keine Epilepsie und auch kein Hirngerinsel.”

Max Rossi / Reuters
Exorzismen sind eine umstrittene Praktik (Symbolbild)
  • Der Regisseur des Horrorklassikers “Der Exorzist”, William Friedkin, war bei einer echten Teufelsaustreibung in Italien dabei
  • Die Erfahrung sei zutiefst verstörend gewesen, sagt der Filmemacher

Mit “Der Exorzist” landete der US-Regisseur William Friedkin 1973 einen echten Horror-Hit. Doch die Geschichte der kleinen Reagan, die von einem Dämon besessen ist, schrieb nicht nur Filmgeschichte, sie brachte auch die Praktik der Teufelsaustreibung wieder ins kulturelle Gedächtnis.

Auch 45 Jahre später ist Friedkins Faszination für die kontroverse Praktik ungebrochen. Der Regisseur widmet ihr einen neuen Dokumentationsfilm: “Der Teufel und Pater Amorth” handelt vom Exorzismus einer Frau, die vom Teufel besessen gewesen sein soll. 2016 unterzog sie sich deshalb eines Exorzismus durch den italienischen Priester Gabriele Amorth. 

Exorzismus: Eine umstrittene Praktik

Friedkin, der die Teufelsaustreibung der Frau auf Video festhielt, sagte dem US-Sender NPR: “Ich hatte furchtbare Angst.”

Die Frau habe offenbar unter schreckliche und scheinbar unnatürliche Schmerzen gelitten. 

Noch unheimlicher: Als der Regisseur die Aufnahmen Psychiatern und Neurochirurgen zeigte, konnten diese sich nicht erklären, was den Zustand der Frau verursacht habe.

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“Die Ärzte haben gesagt: Wir wissen nicht, was das ist. Es ist keine Epilepsie und auch kein Hirngerinsel”, berichtet Friedkin gegenüber NPR.

Einer der Psychiater hingegen habe im Verhalten der Frau Symptome einer psychischen Krankheit gesehen, der dissoziativen Identitätsstörung. 

Die Praxis der Teufelsaustreibung ist umstritten, da sie im Widerspruch zu modernen psychiatrischen Behandlungsmethoden steht.

Nicht zuletzt, sterben immer wieder Menschen an den Folgen eines Exorzismus. Erst im vergangenen Jahr wurde in Frankfurt die Leiche einer Frau gefunden, die sich kurz vorher eines Exorzismus unterzogen haben soll. 

Im katholisch geprägten Italien finden jedes Jahr rund 500.000 Exorzismen statt. In deutschen Bistümern sind aktuell sieben Exorzisten tätig. 

Dieser Artikel erschien zuerst bei US-Ausgabe der HuffPost und wurde von Anna Rinderspacher aus dem Englischen übersetzt und zur Veröffentlichung angepasst.