POLITIK
22/07/2018 07:57 CEST | Aktualisiert 22/07/2018 07:58 CEST

Ex-SPD-Bürgermeister Buschkowsky: "Die SPD ist eine Klugscheißerpartei"

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ullstein bild via Getty Images
Buschkowsky rechnet mit seiner Partei ab.

► Der frühere Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, wirft seiner Partei mangelnden Realitätssinn vor.

► Die SPD habe sich zu einer “Klugscheißerpartei” entwickelt, sagte er im Interview mit der “Welt am Sonntag”.

► “Der Volkspartei SPD ist das Volk abhandengekommen und sie hat es nicht bemerkt”, so Buschkowsky. Seine Partei habe sich in “in weiten Teilen von der Lebenswirklichkeit, den Sorgen und Nöten der Menschen völlig entfernt”, so der langjährige Kommunalpolitiker.

Was Buschkowsky meint:

Als ein Kernproblem seiner Partei sieht Buschkowsky, dass es immer weniger Vertreter aus Arbeiterfamilien in den Gremien gibt.

► “Wenn ich in den 70er Jahren hier in Berlin-Neukölln in eine Ortsvereinsversammlung der SPD gegangen bin, dann saßen da etwa 50 Leute, die in der Gegend zu Hause waren: Polizeibeamte, Müllfahrer, Rentner – ein Querschnitt der Stadtbevölkerung”, so der SPD-Politiker.

► “Wenn Sie heute in die gleiche Versammlung des gleichen Ortsverbandes gehen, dann sitzen da vielleicht acht Figuren, von denen mindestens ein Drittel erst vor sechs Monaten nach Berlin gezogen ist.”

Darum ist die Aussage wichtig:

Politologe Oskar Niedermayer erklärte zuletzt in der HuffPost, die SPD teile sich vor allem in zwei Interessensgruppen, die Arbeiterschaft und eine “linksliberale Mittelschicht”.

► Auf Parteitagen sei die Arbeiterschaft aber kaum noch vertreten. Inhaltlich wie personell. “Da sieht man überwiegend Mitglieder dieser linksliberalen Mittelschicht. Dort findet man ja nur noch wenige Arbeiter”, sagt Niedermayer.

Die Beschlüsse, die bei solchen Veranstaltungen gefasst werden würden, kämen also von einer Gruppe, die nur einen Teil der SPD-Basis abbildet. Auch in der Flüchtlingsfrage, die die SPD im Wahlkampf zur Bundestagswahl bewusst zurückstellte.