POLITIK
25/07/2018 09:42 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 13:52 CEST

Donald Trump: Ex-Anwalt leakt geheimes Tape – das ist darauf zu hören

Auf den Punkt.

Im Video oben seht ihr, worum es bei dem Telefonat zwischen Trump und seinem Ex-Anwalt gegangen sein soll. 

Donald Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen hat eine brisante Tonbandaufnahme, die er von einem Gespräch mit dem US-Präsidenten gemacht hat, vom US-Sender CNN veröffentlichen lassen. 

► Das Tape wurde von Cohen kurz vor der US-Wahl 2016 aufgenommen. Auf der Aufnahme ist zu hören, wie der Anwalt und Trump eine Schweigegeld-Zahlung an das Ex-Playboy-Model Karen McDougal besprechen. 

► In dem Gespräch geht es darum, ob Trump die Rechte an McDougals Geschichte über eine angebliche Affäre mit ihm vom Magazin “National Enquirer” abkauft. 

Welche Aussagen auf dem Trump-Tape zu hören sind: 

Cohen: “Ich muss eine Firma eröffnen, um die Informationen zu transferieren, was unseren Freund David [gemeint ist wohl David Pecker, Chef des “Enquirer” und ein Freund Trumps] angeht.”

 

Trump: “Was musst du für so eine Sache bezahlen ... 150 ...” [laut Medienberichten soll McDougal vom “National Enquirer 150.000 US-Dollar für ihre Story erhalten haben].

 

Cohen: “Ja, und das ist dann die komplette Sache. Also, ich habe über die Finanzierung gesprochen ...” 

 

Trump: “Welche Finanzierung?” 

 

Cohen: “Wir werden zahlen müssen.” 

 

Trump [sehr undeutlich]: “Zahl es in bar ...”

 

Cohen: “Nein, nein ...”  

Darum ist der Inhalt der Trump-Aufnahme brisant: 

Die Aufnahme ist eine von zwölf, die der wegen Bankbetrug und Geldwäsche angeklagte Cohen dem FBI übergeben hat. Cohen war über Jahrzehnte einer der engsten Vertrauten Trumps und ein Drahtzieher für dessen Geschäfte.

Trump befürchtet, dass sein Ex-Anwalt ihn in juristische Schwierigkeiten bringen könnte, um Schaden von sich selbst abzuwenden – und die Veröffentlichung der geheimen Aufnahme ist darauf ein eindeutiger Hinweis. 

Sollte sich herausstellen, dass Trump tatsächlich mit Bargeldzahlungen versuchte, eine Geschichte über eine mögliche Affäre zu vertuschen, würde er Probleme bekommen – und das aus zwei Gründen:

1. Sollte Schweigegeld aus Konten von Trumps Wahlkampforganisation bezahlt worden sein, würde das den Straftatbestand der illegalen Wahlkampfunterstützung erfüllen.

2. Eine Zahlung über eine Firma, wie Cohen sie vorschlug, wäre nach dem US-Gesetz sogar legal gewesen. Eine Barzahlung, wie Trump sie offenbar im Sinn hatte, aber nicht. 

Trump hat immer wieder abgestritten, von Schweigegeldzahlungen an Frauen, mit denen er Affären gehabt haben soll, gewusst zu haben.

Tatsächlich bietet auch das Cohen-Tape dem US-Präsidenten Ausflüchte: Die Qualität der Aufnahme ist sehr schlecht – sogar so schlecht, dass nicht eindeutig zu verstehen ist, ob Trump eine Geldzahlung tatsächlich anweist, oder nur über diese nachfragt.  

Wie Trump auf die Veröffentlichung der Aufnahme reagierte: 

Selbst hat sich der US-Präsident noch nicht geäußert – er schickte jedoch seinen Anwalt Rudy Giuliani vor. 

Der sagte in einem Interview mit dem Sender “Fox News” in Reaktion auf die Veröffentlichung der Aufnahme: 

“Auf keinen Fall hat der US-Präsident darüber gesprochen, eine Firma zu gründen und dann Bargeld zu nutzen, außer, er wäre ein absoluter Idiot. Und der Präsident ist kein Idiot.” 

Der “Washington Post” sagte Giuliani am Dienstag zudem, die Inhalte des Tapes seien “frei interpretierbar”:

“Es klingt für mich so, als würde Cohen [Trump] etwas erklären, das dieser nicht versteht. Der scheint mit nichts vertraut zu sein. Da ist nichts zu hören, was nahelegt, dass er im Vorhinein irgendetwas über die Sache wusste.”  

Der Inhalt des Trump-Tapes auf den Punkt gebracht: 

Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen hat eines von zwölf geheimen Tapes veröffentlichen lassen, die er zuvor wegen einer Anklage gegen ihn dem FBI übergeben hatte. 

Darauf ist zu hören, wie Trump und Cohen eine Geldzahlung zur Vertuschung einer Affäre des damaligen Präsidentschaftskandidaten diskutieren. 

Auch wenn die Qualität der Aufnahme schlecht ist: Ihr Inhalt legt nahe, dass Trump gegen US-Gesetze und das US-Wahlrecht verstoßen haben könnte. 

(lp)