WIRTSCHAFT
20/02/2018 07:15 CET | Aktualisiert 20/02/2018 08:49 CET

EU rüstet sich für Handelskrieg mit USA: Strafzölle für Whiskey und Motorräder

Ein etwas anderer Rockerkrieg.

  • Die EU bereitet sich darauf vor, Zölle auf bestimmte US-Güter zu erheben
  • Harley Davidson und Jack Daniels könnten zu den ersten Opfern eines Handelskriegs zählen
  • Im Video oben: Reaktion auf Strafzölle – Europa bereitet sich auf Handelskrieg mit den USA vor

Es geht um Whiskey, teure Motorräder, es geht um Krieg.

Nein, nicht um die Welt der organisierten Kriminalität, der Rockerbanden und Bikergangs. Hier geht es um die große internationale Politik. 

HuffPost
Trump und Juncker: Sie rüsten sich für den Handelskrieg.

Der Krieg, das ist der Handelskonflikt zwischen den USA und Europa. Whiskey und Motorräder sind die Druckmittel der EU.

Die Europäische Union bereitet sich mit einem bemerkenswerten Muskelspiel auf einen Handelskrieg mit den Vereinigten Staaten und Präsident Donald Trump vor. Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”.

Sollten die geplanten Importbeschränkungen auf Stahl und Aluminium auch europäische Unternehmen treffen, könnte die EU innerhalb weniger Tage mit Gegenzöllen auf wichtige amerikanische Produkte reagieren.

Die Palette der betroffenen Produkte reicht dabei von Orangensaft über Motorräder bis zu Whiskey. Die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” berichtet unter Berufung auf EU-Kommissionskreise, dass unter anderem Harley Davidson und Jack Daniels Opfer der neuen Zollvorschriften werden könnten.

Wieso Harley Davidson und Jack Daniels?

Die Europäer wollen die Regierung von Trump offenbar dadurch treffen, dass Produkte mit Gegenzöllen belegt werden, die für die Wahlkreise von Unterstützern des Präsidenten wirtschaftlich interessant sind.

► Hersteller Harley-Davidson hat seinen Sitz in Wisconsin, aus dem der republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses Paul Ryan stammt.

► Bourbon-Whiskey wird vor allem in Tennessee sowie in Kentucky produziert, der Heimat des Trump-Unterstützers Mitch McConnell, der Mehrheitsführer im Senat ist.

Auf der Liste der EU-Kommission stehen nach dem Bericht aber auch klassische landwirtschaftliche Exportprodukte, darunter auch Kartoffeln und Tomaten. 

Wie kommt die Liste zustande?

Die Liste, auf die die EU-Kommission dabei zurückgreift, stammt schon aus der Zeit des letzten großen Handelsstreits mit den Vereinigten Staaten unter dem Präsident George W. Bush, ist aber seither angepasst worden.

Dass die EU auf Zölle im Stahlsektor mit Vergeltungszöllen in völlig anderen Wirtschaftsfeldern reagiert, ist mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) vereinbar.

Wie wahrscheinlich ist ein Showdown?

Die USA hatten zuletzt beim Wirtschaftsgipfel in Davos vor einer Eskalation des Konfliktes gewarnt. Handelsminister Wilbur Ross erklärte: “Handelskriege hat es immer schon gegeben. Der Unterschied ist, dass jetzt die US-Truppen ihre Festungswälle besetzen.”

Donald Trump hat in der Vergangenheit vor allem Deutschland attackiert.

“Die Deutschen sind sehr böse”, soll Trump gar einmal gesagt haben, als er sich im Mai vergangenen Jahres mit der EU-Spitze traf. “Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.”

In einem am Freitag in Washington veröffentlichten Bericht an Präsident Donald Trump hatte sich US-Handelsminister Wilbur Ross für eine Reduktion der Stahl- und Aluminiumimporte in die USA ausgesprochen. Als eine von mehreren Optionen schlug er vor, Importquoten für alle Einfuhrländer zu verhängen.

Auch hier könnten Deutschland und China besonders ins Visier geraten.

Die EU zumindest rüstet sich.