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12/03/2018 15:58 CET | Aktualisiert 12/03/2018 15:58 CET

EU-Parlament möchte neue Anreize zur CO2-Reduktion schaffen

Nach dem Preissturz der CO2-Zertifikate hat das EU-Parlament im Februar dieses Jahres eine Reihe an Maßnahmen abgesegnet. Diese sollen Anreize für zusätzliche Investitionen in umweltfreundliche Technologien schaffen. Das alles mit dem Ziel die CO2-Reduktion in den kommenden Jahren zu sichern.

Als es 2005 hieß, dass jede Tonne klimaschädlicher Gase mit einem Zertifikat belegt sein muss, kamen die größten Klimasünder aus der Energiebranche, danach der Industrie und schließlich aus Verkehr und Landwirtschaft. Die Entscheidung zur Klimazielsetzung fiel dann vor allem zur Last der Fabriken und Kraftwerke, wobei Transport und Landwirtschaft verschont blieben. Die Umsetzung dieser Maßnahme brachte jedoch nicht die zuvor erhofften Ergebnisse. Aufgrund der Menge an Zertifikaten wurde im Durchschnitt um die 30 € pro Tonne gehandelt. Interessant ist aber auch, dass die Preise für CO2-Zertifikate seit 2011 nicht mehr eine zweitstellige Zahl erreicht haben. In der letzten Zeit fielen sie auf acht Euro und haben sich davor an einigen Punkten sogar um die fünf Euro bewegt. Mit so tiefen Marktpreisen, die vor allem durch einen Überschuss auf dem Markt verursacht wurden, empfanden viele Unternehmen keinen Anreiz in umweltfreundliche Technologien zu investieren.

Folgen der neuen Reform des EU-Parlaments – Standortverlagerungen ins Ausland?

Aus diesem Grund fing man an, schon im November 2017, den Weg für eine Reform zu ebnen. Diese Reform soll den Klimaschutz auf Kurz und/oder Lang vorantreiben. Eine Absegnung kam dann Mitte Februar dieses Jahres von 535 stimmberechtigten Abgeordneten in Straßburg. Die neuen Richtlinien, der Reform gelten ab 2020 und sollen durch den Umbau des Handelsystems die Preise für Emissionsrechte erhöhen. Die Regelung sieht unter anderem vor, einen Satz von 2,2% an CO2-Zertifikaten jährlich vom Markt zu nehmen. Zudem sollen Unternehmen aus der Zementindustrie und Klinkerindustrie gratis Zertifikate bekommen, da sie sich bereits nach dem neusten Stand der Technik richten. Jedoch, stoßen fast alle neuen Regelungen der EU-Reform auf Kritik. Die Kritik kommt sowohl aus den Reihen der Grünen als auch aus den Reihen der Industrie. Für die Grünen scheint der Prozentsatz, der entzogenen Zertifikate zu niedrig. Die Industrieverbände äußerten sich dagegen über ungenügend Freiheit. Die größte Befürchtung ist eine mögliche Standortverlagerung der Produktion ins ferne Ausland. Besonders im Osten gibt es viele, für Investitionen offene Staaten, die weniger in den Klimaschutz investieren und dadurch mit CO2-Emissionen lockerer umgehen.

Was die Zukunft bringt und ob diese Reform so einschlagen wird, wie gehofft, muss man erst noch beobachten. Heute sehen wir zumindest die ersten Reaktionen nach der Regelung des EU-Parlaments. Man beobachtet einen Preisanstieg der CO2-Zertifikate auf dem Markt am 27. Februar auf über 10 € pro Tonne.