POLITIK
01/03/2018 20:56 CET | Aktualisiert 01/03/2018 23:05 CET

EU-Kommissionspräsident Juncker kündigt Vergeltung für US-Strafzölle an

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GENT SHKULLAKU via Getty Images

► Die EU will mit Vergeltungsmaßnahmen gegen die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte reagieren.

“Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie unsere Industrie durch unfaire Maßnahmen getroffen wird, die Tausende europäische Arbeitsplätze gefährden”, kündigte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstagabend an.

Trump hatte kurz zuvor angekündigt, bereits in der nächsten Woche empfindliche Strafzölle für Stahl- und Aluminiumimporte zu verhängen.

Darum ist der Streit um die Strafzölle eskaliert:

Bereits in seinem Wahlkampf tönte Trump von einer “Amerika First”-Politik – einen nationalistischen Kurs, der vor allem den USA nützen soll und auf eine Abkehr vom freien Welthandel zielt. 

Nun macht er offensichtlich ernst. “Trump hat einen Handelskrieg ausgerufen”, schreibt die US-Nachrichtenseite “Axios”

Tatsächlich läuft nun alles auf eine wirtschaftliche Konfrontation zwischen den USA und Europa hinaus – die womöglich für die EU schmerzhafter verlaufen wird.

► Denn in den vergangenen Jahren exportierte die EU immer mehr in die USA, als sie von dort importierte. 2017 lag der Handelsüberschuss bei etwa 123 Milliarden Euro, fast die Hälfte davon geht allein auf Deutschland zurück.

Allerdings könnte Trumps Maßnahme auch auf die USA selbst zurückfallen. “Diese vorgeschlagenen Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte könnten zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen”, sagte der Präsident der American International Automobile Dealers Association, Cody Lusk, dem US-Wirtschaftsmagazin “Bloomberg”.

Der Verkauf von Autos sei in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Die US-Hersteller seien gar nicht darauf vorbereitet, “einen starken Anstieg der Kosten für den Bau von Autos und Lkw in Amerika zu verkraften”, warnte Lusk. 

Was die EU plant:

Brüssel hatte bereits in der vergangenen Woche Gegenmaßnahmen für den nun eingetretenen Fall angekündigt und ihrerseits gedroht, Strafzölle für Lebensmittel, Whiskey und Motorräder einzuführen.

Klar ist: Dass die EU auf Zölle im Stahlsektor mit Vergeltungszöllen in völlig anderen Wirtschaftsfeldern reagiert, ist mit den Regeln der Welthandelsorganisation vereinbar.