POLITIK
01/03/2018 09:55 CET | Aktualisiert 01/03/2018 10:45 CET

"Das ist ein Rudel": So spricht der Chef der Essener Tafel über Flüchtlinge

“Um diplomatische Worte schert er sich nicht.”

  • Der Chef der Essener Tafel hat seine Entscheidung, keine neue Migranten aufzunehmen, mit scharfen Worten verteidigt
  • In einem Gespräch mit der “Zeit” schimpft er gegen Flüchtlinge, die wie ein “Rudel” auftreten
  • Was Bundeskanzlerin Angela Merkel zu der Thematik zu sagen hatte, seht ihr im Video oben

Es beginnt also.

Seit Mittwoch hat die Essener Tafel wie angekündigt keine neuen Bezugskarten für Lebensmittel an Migranten ausgegeben. Bewerber mit ausländischen Pässen wurden weggeschickt.

Wer keine Kundenkarte bekam, wurde gebeten, in sechs Wochen wiederzukommen. Alles lief dabei friedlich ab, es gab keine lautstarken Proteste.

dpa
Jörg Sator am Eingang der Essener Tafel.

Umstrittene Entscheidung

Die Entscheidung des Vereins sorgt bundesweit für heftige Debatten.

Kanzlerin Angela Merkel nannte sie “nicht gut”, CSU-Landeschef Alexander Dobrindt hingegen verteidigte sie, Linke-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht warf der Bundesregierung gar “Scheinheiligkeit” vor.

Mehr zum Thema:  Streit um Essener Tafel: Wagenknecht zeigt erneut, dass sie bei der AfD besser aufgehoben ist

► Der Chef der Essener Tafel, Jörg Sartor, erklärte nun in der Wochenzeitung “Zeit” ausführlich sein Vorgehen.

► Ein “Rudel” nennt Sartor darin die Flüchtlinge, die zur Tafel kommen. Der Mann nimmt kein Blatt vor dem Mund – benutzt in diesem Fall einen rassistischen Vergleich. Er vergleicht eine Gruppe von Menschen mit Tieren.

Weiter sagt er: “Wenn da ein Einzelner wäre, der Pro­bleme macht, dann könnte ich den rausziehen. Die haben einfach nicht unsere Anstellmentalität.

► Diese Mentalität könne jeder lernen, wenn sie ihm von einer Mehrheit vorgelebt werde.

“Um diplomatische Worte schert er sich nicht”

Die deutsche Oma werde so “verdrängt, weil sie sich unwohl fühlt mit den ausländischen Männern in der Schlange, die dann alle Arabisch sprechen”, sagt er – “und imitiert arabische Lautsprache”, wie die “Zeit” schreibt. 

In früheren Interviews unterstellte Sartor Flüchtlingen gar ein “Nehmer-Gen”.

Die “Zeit” kommentiert: “Um diplomatische Wortwahl schert er sich nicht.”

Stimmt. Und das erklärt sicher auch einen Teil der Aufregung um den Fall.