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14/09/2018 12:39 CEST | Aktualisiert 14/09/2018 13:00 CEST

Essbare Wasserkugeln: Wie ein Marathon-Veranstalter Plastikmüll vermeidet

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skynesher via Getty Images
Der Veranstalter eines Halbmarathons im Norden Londons verzichtet am Wochenende auf umweltschädliche Plastikflaschen und setzt stattdessen auf essbare Wasserkugeln (Symbolbild).

► Am Sonntag startet der diesjährige Halbmarathon im nördlichen Londoner Stadtteil Harrow mit einem Verbot für Einwegflaschen aus Plastik. 

► Stattdessen sollen die Läufer an verschiedenen Punkten der Route mit essbaren Wasserkugeln versorgt werden, die nach Herstellerangaben umweltfreundlich sowie biologisch abbaubar sind.  

► Die Kügelchen mit einer Hülle aus Seetang wurden vom britischen Start-Up “Ooho” als ökologische Alternative entwickelt und lassen sich auch einfach zuhause herstellen.  

Wie viele Plastikbecher so gespart werden können: 

Wenn man davon ausgeht, dass etwa 800 Harrow-Halbmarathon-Läufer – so viele waren es vergangenes Jahr – an jeder der drei Ausgabestellen Wasser holen, spart der Veranstalter also etwa 2400 Plastikbecher oder -flaschen.

Die Plastikvermüllung ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit.

75 Prozent des Mülls, der im Meer landet, ist Plastik. Geht die Entwicklung so weiter wie bisher, schwimmen bis 2050 voraussichtlich mehr Plastikteile in den Ozeanen als Fische.

► Allein in Deutschland werden jährlich 9,6 Millionen Tonnen Plastik verbraucht. Das sind 130 Kilogramm pro Kopf.

► Jeder Mensch nimmt jährlich 70.000 Plastikteilchen durch kontaminiertes Wasser zu sich. Die Auswirkungen auf den Körper sind noch nicht erforscht. 

► Besonders Einwegflaschen aus Plastik stehen aufgrund ihrer Umweltschädlichkeit und möglicher giftiger Inhaltsstoffe in der Kritik.  

Was ihr über die Wasserkugeln wissen solltet: 

Die essbaren Trinkwasserkugeln wurden vom britischen Start-Up “Ooho” erfunden und hergestellt. Das Gelee, das laut Medienberichten 20 bis 150 Milliliter Wasser umgibt, besteht  aus Calcium und Algen. Die Firma wirbt damit dass die Kugeln essbar, gut zu transportieren und gesundheitlich völlig unbedenklich seien.

Die Herstellung sei günstig, einfach und soll mit wenigen Zutaten auch zuhause klappen.

Beobachter bezweifeln aber, dass sich die Trinkkugeln gegen die viel handlicheren Plastikflaschen durchsetzen. Außerdem müssten auch die Kugeln zum Transport verpackt werden. Außerdem kann man die Kugeln nicht Flaschen wieder verschließen.

Kritiker monieren außerdem, dass die Teilnehmer am Marathon in Harrow keine Möglichkeit haben, mitgebrachte umweltfreundliche Flaschen mit Wasser aufzufüllen. Auch dass man die Kügelchen einfach wegwerfen darf, gefällt nicht jedem.    

(sk)