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25/09/2018 09:51 CEST | Aktualisiert 02/10/2018 10:34 CEST

Erzieher wollen Willen von Kita-Kind brechen – die Tortur dauert drei Stunden

"Wir zwingen die Kinder nicht zum Essen", meint eine Kita-Mitarbeiterin.

  • Das Team von Wallraff deckt wieder auf – dieses Mal schleust sich eine Mitarbeiterin undercover in einer deutschen Kindertagesstätte ein.
  • Die Zustände dort sind verheerend.
  • Oben im Video: Kita-Leiter packt aus – so chaotisch sind die Zustände in deutschen Kindergärten.

In der RTL-Sendung “Team Wallraff – Reporter undercover” decken der Investigativ-Journalist und seine Mitarbeiter Missstände in Deutschland auf.

Die Leute schleusen sich beispielsweise undercover in Schulen, großen Konzernen und Pflegeheimen ein, um zu kontrollieren, wie es dort hinter den Kulissen abläuft.

Das Resultat: Oft gibt es große Diskrepanzen. Mithilfe von Team Wallraff sollen diese Missstände beseitigt werden.

In einer neuen Folge von Exrta, die nächsten Montag auf RTL ausgestrahlt wird, schleust sich eine Mitarbeiterin von Wallraff als Praktikantin in eine Kita ein.

RTL
Ein Junge muss zwei Stunden alleine am Esstisch sitzen, weil er anscheinend sein Teller nicht ganz leer gegessen hat.

Ein Kind muss zwei bis drei Stunden alleine am Esstisch sitzen

Dort erlebt sie miserable Zustände: Ein Junge wird gezwungen, zwei bis drei Stunden alleine am Esstisch sitzen zu bleiben, weil auf seinem Teller noch ein paar Krümel Essen übrig sind.

Während die anderen Kinder also draußen spielen dürfen, muss er alleine drinnen sitzen.

Als die Undercover-Reporterin von einer Kita-Mitarbeiterin wissen will, ob es in Ordnung sei, ein Kind zwei bis drei Stunden zum Essen zu zwingen, erwidert diese:

“Das ist gerechtfertigt. Wir zwingen die Kinder aber nicht zum Essen.”

Stattdessen ist die Kita-Mitarbeiterin der Meinung, dass Kinder Essen als Machtinstrument nutzen würden. Damit hätten sie die Erwachsenen an der Angel: “Damit kriegen sie alles, was sie wollen.”

Die Mitarbeiter seien schließlich dafür da, den Kindern Grenzen aufzuzeigen.

Kinder- und Jugendpsychiater Lutz-Ulrich Besser vom Zentrum für Psychotraumatologie in Niedersachsen sieht das anders: “Immer wird das Argument Machtkampf hergenommen. Doch das ist nicht korrekt.”

Kind lässt Pausenbrot in den Dreck fallen – trotzdem soll sie es essen

Man könne Kindern nämlich ein gesundes Essverhalten aneignen, ohne sie zum Essen zu zwingen.

Das scheint in der besuchten Kindertagesstätte offensichtlich nicht zu gelten, wie ein weiterer Fall beweist: Die Undercover-Reporterin bekommt mit, wie einem Kind draußen beim Spielen ein Butterbrot auf den Boden fällt. Das Pausenbrot ist voller Dreck und Gras.

Verzweifelt versucht das Kind den Dreck von der Butter zu schaben.

Als die Reporterin von einer weiteren Erzieherin wissen will, ob das Kind das Brot nun trotzdem essen müsse, antwortet sie: “Ja klar, probieren muss sie es trotzdem.”

(ak)