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11/11/2018 22:33 CET | Aktualisiert 11/11/2018 22:39 CET

Kollegah macht absurden Holocaust-Vergleich – erneuter antisemitischer Ausfall

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Andreas Rentz via Getty Images
Kollegah während der Echo-Preisverleihung im April.

► Im Frühjahr hat die Echo-Verleihung an den Rapper Kollegah wegen eines antisemitischen Liedes für viel Wirbel gesorgt. Zwar hatte sich der Musiker in der Folge reumütig gezeigt, aber nun gibt es erneut schwere Vorwürfe. 

► Ausgerechnet zum Jahrestag der Reichspogromnacht ist Kollegah wieder mit antisemitischen Äußerungen aufgefallen, wie die Bildungsstätte Anne Frank beklagt. 

► In einem aktuellen Interview mit dem Szeneportal “Hiphop.de” behauptet Kollegah, dass in den Palästinensergebieten “genau das gleiche passiert, was bei uns mal passiert ist, in Deutschland, nämlich während des Holocausts”.

► Kollegah beklagte zudem, als pro Palästina argumentierender Prominenter, Opfer einer “Hetzkampagne” zu werden.  

Darum sind die Äußerungen von Kollegah höchstproblematisch:

Kollegah setzt die – durchaus in einigen Punkten kritisch zu sehende – israelische Politik mit dem Holocaust, also der systematischen Vernichtung von sechs Millionen Juden im Nationalsozialismus gleich.

Das sei “eine krasse Steigerung, neben der Kollegahs frühere Äußerungen fast verblassen”erklärte der Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, Meron Mendel, in einer Pressemitteilung.

Die Äußerung zeige zudem, “dass Kollegah trotz der fundierten öffentlichen Kritik an seinen antisemitischen Lyrics und auch nach seinem Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz nichts gelernt hat”. 

Zudem inszeniere sich Kollegah mit Begriffen wie “Hetzkampagne” indirekt als Opfer einer jüdischen Medienverschwörung.

Beide Aussagen knüpfen an den weit verbreiteten israelbezogenen Antisemitismus an, bei dem versucht wird, judenfeindliche Ressentiments hinter einer Kritik am Handeln des Staates Israel zu verstecken.