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14/03/2018 14:34 CET | Aktualisiert 14/03/2018 14:56 CET

8 Erfahrungen, die Paare machen sollten, bevor sie heiraten

Je mehr ihr übereinander wisst, desto stärker wird auch eure Beziehung.

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Ein geteiltes Leben zu managen ist sehr viel schwieriger, als nur das eigene Leben zu managen. Dadurch, dass ihr zusammen wohnt, lernt ihr euren Partner oder eure Partnerin und auch euch selbst besser kennen
  • Das Fundament für eine langjährige Beziehung lässt sich nicht im Handumdrehen legen
  • Ehetherapeuten erklären in HuffPost, welche Erfahrungen ihr gemacht haben solltet, bevor ihr euch für immer bindet

Das Fundament für eine lange Ehe oder eine langjährige Beziehung zu legen, klappt nicht im Handumdrehen.

Es gibt einige Erfahrungen, die Paare über eine gewisse Zeit machen sollten, um einander auf einer tieferen Ebene zu verstehen.

Gemeinsame Erlebnisse stärken die Beziehung

“Wir daten und verbringen viel Zeit miteinander, um herauszufinden, ob ein Mensch der Richtige für uns ist. Diese gemeinsame Zeit ist aber auch deshalb wichtig, weil die Erfahrungen, die wir gemeinsam machen, Stück für Stück ein besonderes Band zwischen uns knüpfen“, sagt die Ehe- und Familientherapeutin Becky Whetstone gegenüber der HuffPost.

“Diese Verbindungen sind es, die eine Beziehung auch schwierige Zeiten überstehen lassen.“

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Welche Dinge also sollten Paare idealerweise zusammen erleben, bevor sie sich für den Gang zum Altar entscheiden?

Wir haben Eheexperten nach ihren Vorschlägen gefragt  – und die hier genannten Dinge sind genau das: Vorschläge. Jede Beziehung ist anders, es handelt sich hier keinesfalls um eine Check-Liste.

1. Eine große gemeinsame Reise machen

“Ob ein Roadtrip durch die USA oder eine mehrwöchige Rucksack-Tour durch Südostasien, ihr müsst wissen, ob ihr euch ganz auf den Partner oder die Partnerin verlassen könnt, wenn ihr gemeinsam neue Erfahrungen durchlebt”, sagt der Psychologe Spencer Scott. 

Wie gehen sie mit Herausforderungen, wie einem platten Reifen, um? Wie reagieren sie, wenn sie sich nicht in ihrer Muttersprache oder in Englisch verständigen können?

Bleiben sie auch weiterhin guter Laune und behalten sich ihren Optimismus bei oder werden sie launisch, pessimistisch und unzuverlässig? “Das könnte auch ein Hinweis darauf sein, wie sie auf bevorstehende Herausforderungen reagieren“, weiß Scott. 

2. Einen großen Streit gemeinsam beilegen

“Könnt ihr über Dinge sprechen, ohne dabei respektlos zu werden? Könnt ihr kommunizieren, ohne dabei zu blockieren, anzugreifen, anderen sie Schuld zuzuweisen oder in eine Abwehrhaltung zu gehen, wenn ihr nicht sofort Recht bekommt?” fragt der Familientherapeut John Amodeo.

Könnt ihr solche Verhaltensweisen erkennen, eine Pause einlegen, euch beruhigen und das Thema dann wieder aufnehmen? Könnt ihr zu einer Lösung gelangen, mit der beide Parteien gut leben können?

Verschiedene Schwierigkeiten und Konflikte zu erkennen und anzugehen, schafft ein wichtiges Fundament für die Beziehung.

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“Wenn ihr in der Kennenlernphase schon nicht mit Konflikten umgehen könnt, wie soll es dann erst bei unausweichlichen Konflikten in einer langjährigen Beziehung oder Ehe werden?” merkt Amodeo an. Selbst die besten Beziehungen seien davor nicht gefeit.

3. Über die Kindheit sprechen

“Versteht, wer euer Partner oder eure Partnerin ist und woran sie glauben. Versteht eure Geschichte, erfahrt mehr über seine beziehungsweise ihre Familie, was mögen sie, was mögen sie nicht, was haben sie nie gemocht?” rät Becky Whetstone. 

Stellen sie ihre Eltern über die Ehe? Welche Werte sind ihnen wichtig? Je mehr ihr übereinander wisst und versteht, desto stärker wird auch eure Beziehung.“ 

4. Einen gemeinsamen Finanzplan aufstellen

Die Finanzen sind der Hauptgrund für Konflikte bei Paaren mit einem gemeinsamen Haushaltsbudget”, erklärt Spencer Scott. 

Bevor ihr euch bindet, müsst ihr wissen, ob ihr euch auf euren Partner oder eure Partnerin verlassen könnt, ob er oder sie sich an ein Budget halten und mit Geld umgehen kann.

Fangt klein an, zum Beispiel indem ihr festlegt, wie viel Geld ihr als Paar an einem Wochenende ausgeben wollt. “Haltet euch an das Limit und habt Spaß innerhalb dieser Grenze.“ 

5. Eine schwere Zeit durchstehen 

“Die Liebe ist einfach, wenn die Dinge gut laufen. Aber es sind die Stürme und die Schwierigkeiten, die aufkommen, die uns zeigen, ob die Beziehung auf wahrer Liebe oder nur auf einem Strohfeuer gebaut ist”, warnt die Ehetherapeutin Sheri Meyers. 

In jeder Beziehung gibt es irgendwann einmal Frust. Ein Sturm kommt auf und es zeigt sich, welche Wunden nicht verheilt sind. Es ist wichtig, für diese Zeiten der Frustration, Angst und Rückschläge einen Hilfsplan zu haben.

In diesen Zeiten lernt ihr, aus welchem Stoff ihr gemacht seid, wie sicher eure Beziehung wirklich ist und wie viel ihr beide wirklich gebt.

“Entfernt ihr euch in schweren Zeiten voneinander, lauft ihr weg oder haltet ihr euch an den Händen und sprecht über die Probleme?“ will Meyers wissen. 

6. Zur Paartherapie gehen

“Paare müssen sich die Zeit nehmen und von jemandem lernen, der die Dynamik der Kommunikation in einer Beziehung genau versteht”, sagt Becky Whetstone.

Das Ziel ist es, Nachrichten respektvoll aufzunehmen und weiterzugeben und so, dass es der Beziehung nicht schadet.

Das hört sich einfach und leicht an, aber so ist es nicht, besonders dann nicht, wenn Menschen sensibel sind und die Dinge schnell persönlich nehmen.

7. Zusammen wohnen

“Findet heraus, ob ihr zusammen wohnen könnt, wie kompatibel ihr seid und wo eure Toleranzgrenzen füreinander liegen”, empfiehlt Moshe Ratson. 

Wohnraum zu teilen wird euch helfen herauszufinden, was euch bezüglich eurer Unterschiede, eurer Bedürfnisse und eurer Prioritäten ärgert, und ob ihr damit umgehen und sie akzeptieren könnt.

Wenn ihr zusammen wohnt, erkennt ihr auch, wie wichtig Teamwork und Respekt bei der Bewältigung von Haushalt und verschiedenen Verantwortlichkeiten sind.

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“Ein geteiltes Leben zu managen ist sehr viel schwieriger, als nur das eigene Leben zu managen. Dadurch, dass ihr zusammen wohnt, lernt ihr euren Partner oder eure Partnerin und auch euch selbst besser kennen”, sagt Ratson. 

Ihr seid gezwungen, Grenzen, Intimität und auch Beziehungsfähigkeiten aufzubauen, wodurch auch eure Persönlichkeit weiter wächst.

8. Eine Sexflaute durchmachen

“Während es für Paare ganz normal ist, sexuelle Höhen und Tiefen zu durchlaufen, so schleichen sich doch langsam Enttäuschung und Ablehnung ein, wenn eine Krise zu lange dauert”, erklärt Sheri Meyers. 

Wenn euer Partner oder eure Partnerin euch immer mehr wie ein einfacher Mitbewohner erscheint, dann ist es Zeit, sich zusammenzusetzen und Tacheles zu reden.

Nehmt die Masken ab, sprecht über eure Wünsche, eure Turn Ons und eure sexuellen Erwartungen. Wie viel sexuellen Kontakt wollt ihr beide?

Was bringt euch Intimität und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit? Was macht ihr an den “freien“ Tagen? Was braucht ihr, um euch begehrt zu fühlen? Wie viele Experimente sind in Ordnung?

“Sorgt immer für einen frischen Wind und versucht, eure Komfortzone etwas auszuweiten”, rät Meyers. Wenn man sich bestimmter Dinge schon früh bewusst ist, dann vermeidet man später Frustration und Enttäuschung.

Diese treten in der Regel dann auf, wenn sich die sexuelle Aufregung verlagert oder zweitweise sogar ganz abhandenkommt.

Dieser Artikel erschien zuerst in der HuffPost USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

(amr)