POLITIK
30/09/2018 14:49 CEST | Aktualisiert 01/10/2018 06:15 CEST

Erdogans Securitys haben in Köln Aufgaben der Polizei übernommen

Die türkischen Sicherheitsleute sollen auch Erdogan-Kritiker bedrängt und eingeschüchtert haben.

  • Der türkische Präsident Reccep Tayyip Erdogan ist am Samstag in Köln gewesen.
  • Pikant: Seine Sicherheitsleute übernahmen dabei über eine Stunde lang die Arbeit der Polizei. 
  • Im Video oben seht ihr, wie der Erdogan-Besuch in Köln verlaufen ist. 

Türkische Sicherheitskräfte haben beim Besuch ihres Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Kölnkurzzeitig ohne Rücksprache mit der deutschen Polizei selbst Maßnahmen ergriffen.

Die Türken hätten eine Straße unweit der Kölner Zentralmoschee mit rot-weißem Flatterband teilweise abgesperrt, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag in Köln. Pikant: Laut “Bild”-Zeitung habe auf dem Band sogar “Polizeiabsperrung” gestanden. 

“Wir haben sie auf die Rechtslage hingewiesen – für hoheitliche Aufgaben ist die Polizei zuständig.” Daraufhin hätten die Türken ihre Absperrungsmaßnahmen beendet.

Erdogan-Kritiker bedrängt und eingeschüchtert

Doch das Absperrrband soll nicht der einzige Zwischenfall gewesen sein. Ebenfalls laut “Bild” hätten die türkischen Sicherheitsleute Erdogan-Kritiker auf der Straße bedrängt und eingeschüchtert. So sollen die türkischen Sicherheitskräfte drei Frauen mit Anti-Erdogan-Schildern aufgefordert haben, die Demonstration zu verlassen.

Erst nach 90 Minuten hätten deutsche Polizisten die Kontrolle über den Streckenabschnitt übernommen. Die Polizeisprecherin sagte, hierzu habe sie keine Erkenntnisse. Bisher lägen keine Anzeigen zu etwaigen Bedrohungen vor. Sollten solche Anzeigen doch noch kommen, würden selbstverständlich Ermittlungen aufgenommen.

(ujo)