POLITIK
09/07/2018 11:46 CEST | Aktualisiert 09/07/2018 12:10 CEST

Erdogans Vereidigung: Präsident bekommt Star-Besuch aus Deutschland

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Umit Bektas / Reuters

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) soll einem Medienbericht zufolge am Montagnachmittag zur Vereidigungsfeier des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan nach Ankara kommen.

► Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Montag, Schröder sei zur pompösen Party in Ankara am Abend als “besonderer Freund” des Präsidenten eingeladen worden.

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► Schröder und Erdogan kennen sich seit langem. Einmal reiste Erdogan Medienberichten zufolge sogar zu einer Geburtstagparty von Schröder an.

Der Altkanzler wiederum hat nach Angaben von Diplomaten bei Türkei-Besuchen im vergangenen Jahr an der Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel und des Menschenrechtlers Peter Steudtner mitgewirkt.

Darum ist die Nachricht wichtig:

Im April vergangenen Jahres hatten die Türken mit einer knappen Mehrheit in einem Referendum für das von Erdogan angestrebte Präsidialsystem gestimmt. Diese tritt mit seiner Vereidigung in Kraft.

Kritiker befürchten, dass das neue System eine Ein-Mann-Herrschaft ermöglicht.Verfassungsexperten der “Venedig-Kommission” im Europarat warnten vor einem “gefährlichen Rückschritt in der verfassungsmäßigen demokratischen Tradition der Türkei”.

Was ihr noch wissen müsst:

Insgesamt werden Anadolu zufolge rund 10 .000 Menschen an der Feier im Präsidentenpalast teilnehmen, darunter mehr als 20 Präsidenten und andere Staatsoberhäupter. Der Kreml bestätigte die Teilnahme des russischen Ministerpräsidenten Dmitri Medwedew an der Feier.

Die Zeremonie, die auch den Beginn des neuen Präsidialsystems markiert, folgt auf die Vereidigung von Erdogan im Parlament am Nachmittag.

Nach der Vereidigung will Erdogan zunächst das Grab von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk besuchen. Danach geht es begleitet von Kavallerie-Eskorte und Militärband zur Party in den riesigen Präsidentenpalast, wo der alte und neue Präsident mit Salutschüssen begrüßt wird.

Mit Material von dpa.