POLITIK
11/10/2018 07:49 CEST | Aktualisiert 11/10/2018 13:13 CEST

Erdogan und Orban streiten um Schere, bis der Ungar seine Meinung sagt

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Im Video oben seht ihr die bemerkenswerte Szene zwischen Erdogan und Orban.

►  Recep Tayyip Erdogan und Viktor Orban: Am Dienstag kam es in der ungarischen Hauptstadt Budapest zum Aufeinandertreffen der Regierungschef der Türkei und Ungarns.

►  Dabei ereignete sich eine bemerkenswerte Szene. Orban und Erdogan schnitten ein Band durch. Der Ungar wollte dem türkischen Präsidenten daraufhin die Schere wieder abnehmen, doch der zog sie weg. 

►  “Die ist für mich”, sagte Erdogan. Orban antwortete: “Sie sind sehr gefährlich.” “Euronews” veröffentlichte das Video und nannte den Austausch vor Reportern “unangenehm”.   

Worum es bei dem Treffen auch ging:

Das Treffen zwischen Erdogan und Orban verlief hinter den Kulissen ungleich harmonischer. Orban gilt als Verehrer Erdogans, der es geschafft hat, in der Türkei einen – so ein Zitat des Ungarn – “illiberalen Staat” aufzubauen.

Beim angestrebten EU-Beitritt der Türkei kann Erdogan daher auch auf die Unterstützung Orbans zählen. Der sagte am Dienstag: “Ungarn hat die Türkei immer unterstützt und tut es auch weiterhin.“

Das Verhalten der EU gegenüber Ankara sei “unwürdig” und “unklug”.

Was die Szene zeigt:

Selbst wenn man in die Szene also etwas hinein interpretieren will: Dass Orban Erdogan “gefährlich” nennt, ist wohl alles andere als eine Beleidigung.

Beide Regierungschefs vertreten eine autoritäre Politik, setzen sich selbst gerne als starke Männer in Szene. 

Orban betonte zudem in der Vergangenheit: Eine stabile Regierung in der Türkei sei die Garantie für die Sicherheit Ungarns.

Mehr zum Thema: Erdogan-Gegner will mit Anhängern des Präsidenten in Köln sprechen – die Lage eskaliert

Worum es noch ging:

Im Mittelpunkt des Besuchs von Erdogan stehen auch die Wirtschaftsbeziehungen und die Pflege des osmanischen Erbes in Ungarn.

So will Erdogan die renovierte Türbe (Grabstätte) des Sufi-Heiligen Gül Baba einweihen. Der charismatische Führer eines Derwisch-Ordens war im 16. Jahrhundert mit den osmanischen Eroberern nach Ungarn gekommen.

Er starb 1541 in Buda, das heute zu Budapest gehöt. Sein Grabmal gilt als das am nördlichste gelegene Heiligtum des Islams.

Mit Material der dpa.