POLITIK
20/05/2018 10:33 CEST | Aktualisiert 20/05/2018 12:38 CEST

Erdogan wackelt: Neue Umfrage zeigt, wie spannend die Türkeiwahl wird

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Bei der Präsidentschaftswahl in der Türkei deutet sich ein offenes Rennen an: Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sonar kann der amtierende türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit rund 42 Prozent der Stimmen rechnen.

Am 24. Juni wird gewählt. Gewinnt Erdogan in der ersten Runde nicht die absolute Mehrheit, kommt es zur Stichwahl mit dem zweitstärksten Kandidaten. Laut der Umfrage ist das derzeit CHP-Politiker Muharrem Ince (21,9 Prozent).

Iyi-Partei-Politikerin Meral Aksener (21 Prozent) kündigte am Samstag an: Zieht Ince in die Stichwahl ein, wird sie Erdogans Kontrahenten unterstützen. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass die Erdogan-Gegner eine Mehrheit mobilisieren können.

Darum ist die Umfrage wichtig:

Traditionell sind Meinungsumfragen in der Türkei mit Vorsicht zu genießen. Doch bereits beim Präsidialreferendum im April vergangenen Jahres zeigte sich, dass Erdogan nur über eine wackelige Mehrheit im Land verfügt.

Die türkische Opposition startet zwar mit verschiedenen Präsidentschaftskandidaten ins Rennen, es herrscht jedoch Konsens: Kommt es zur Stichwahl, wollen sich die Oppositionsparteien hinter dem Herausforderer Erdogans vereinigen. 

Ein Sprecher der AKP betonte am Samstag widersprüchlich zur neuen Sonar-Umfrage, Erdogan stehe bei 54 bis 56 Prozent Zustimmung. 

Was ihr noch über die Wahl wissen müsst:

Neben Ince und Aksener, die auf eine Stichwahl gegen Erdogan hoffen können, tritt auch der kurdische HDP-Politiker Selahattin Demirtas als Kandidat an.

Demirtas, der seit anderthalb Jahren wegen mutmaßlicher Terrorunterstützung im Gefängnis sitzt, kommt in der Umfrage auf rund 11 Prozent. Die Pro-Kurden hoffen auch auf einen Parlamentseinzug, dort ist die absolute Mehrheit der Erdogan-Partei AKP ebenfalls in Gefahr.