POLITIK
24/06/2018 12:45 CEST | Aktualisiert 24/06/2018 16:06 CEST

Erdogan macht vor Wahl mit krudem Video über deutschen Politiker Stimmung

Heute kommt es zum Showdown.

  • In einem Video der AKP wirft die Erdogan-Partei dem deutschen Staatsminister Roth vor, sich in die türkische Politik einzumischen.
  • Heute treten die Türken an die Urne – der Druck auf Erdogan ist hoch.
  • Im Video oben seht ihr, wieso diese Wahl eine besonders spannende werden könnte.

Es war ein Wahlkampf, der den Namen verdient hat.

Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahl in der Türkei an diesem Sonntag steht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (AKP) unter Druck wie lange nicht.

CHP-Kandidat Muharrem Ince und Iyi-Partei-Gründerin Meral Aksener wollen Erdogan sein Amt streitig machen. Im Kampf um die Sitze im Parlament kratzt das Oppositionsbündnis in Umfragen an der Mehrheit.

Erdogan reagierte zuletzt mit schärfer werdender Rhetorik auf die drohende Wahl-Zitterpartie. Teil der Kampagne: Ein krude anmutendes Video über den deutschen Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD).

Aksener-Treffen sorgt für Aufregung

Das Video, das seit rund zwei Wochen kursiert, zeigt Roth bei seinem Besuch bei Iyi-Partei-Kandidatin Meral Aksener im Mai.

Neben Aksener traf der SPD-Politiker bei seiner Türkei-Reise auch AKP-Minister Ömer Çelik sowie weitere Vertreter der Opposition und der Zivilgesellschaft.

“Er sagt, türkische Politiker sollen nicht nach Deutschland kommen und greift selbst in die türkische Politik ein”, wirft ein Sprecher Roth in dem Video sinngemäß vor.

Das sei “inakzeptabel”. Auch Staatspräsident Erdogan wird in dem AKP-Wahlwerbespot eingeblendet. Er wirft den Deutschen vor, nichts über die türkische Politik zu wissen.

Die Bundesregierung hat – wie alle EU-Staaten – Wahlkampfauftritte der AKP untersagt.

Auswärtiges Amt ist erbost

Wie die Deutsche Welle berichtet, sorgte der Wahlwerbespot auf der diplomatischen Ebene für Streit zwischen Berlin und Ankara.

Das Auswärtige Amt erklärte demnach, die Vorwürfe der Wahlbeeinflussung seien “völlig unbegründet”. Das sei der türkischen Seite auch klar kommuniziert worden.

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Getty / Reuters

(jg)