POLITIK
26/09/2018 08:47 CEST | Aktualisiert 26/09/2018 08:49 CEST

Erdogan verteidigt Mesut Özil – und macht einen wirren Merkel-Vergleich

"Warum sollte ich mich nicht mit Özil treffen?"

  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich vor seinem Deutschland-Besuch über sein Treffen mit Mesut Özil geäußert. 
  • Erdogan verteidigte Özil – und griff dafür auf einen absonderlichen Vergleich mit Kanzler Angela Merkel zurück. 

Recep Tayyip Erdogan will seine Treffen mit Mesut Özil nicht missen. 

“Warum sollte ich mich nicht mit Mesut Özil treffen?”, sagte der türkische Präsident in einem Interview mit der Funke-Mediengruppe. Er könne die Aufregung über das gemeinsame Foto von ihm und Özil nicht verstehen. 

“Wie Sie wissen, hat sich Lothar Matthäus mit Wladimir Putin getroffen. Unsere Spieler sollten auch in der Lage sein, mit freiem Gewissen handeln zu können. Ich bedaure die Personen, die das kritisieren”, sagte Erdogan. 

Und bemühte anschließend einen kruden Vergleich mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel

Erdogan verteidigt Özil-Treffen – mit Merkel-Vergleich

“Mesut ist jemand, der in London lebt. Warum soll ich ihn nicht treffen, wenn ich schon da bin?”, fragte Erdogan. 

Und kam dann auf Merkel zu sprechen: “Sollten wir, wenn ein deutscher Fußballspieler, der in unserem Land spielt, ein Foto mit Frau Merkel macht, ihn dann lynchen? Diese Logik ist nicht nachzuvollziehen.”

Was Erdogan nicht erwähnte: Angela Merkel regiert ein demokratisches freies Land, er selbst ist ein Autokrat, der Menschen wegen anderer Gesinnungen einsperren lässt – darunter auch deutsche Staatsbürger

Zu Özil behauptete der türkische Präsident dann noch: “Mesut Özils Aussage ‘Deutscher, wenn ich gewinne, aber Immigrant, wenn ich verliere’, fasst die Diskriminierung von Spielern in Deutschland sehr gut zusammen.”