POLITIK
01/08/2018 17:18 CEST | Aktualisiert 01/08/2018 21:06 CEST

Erdogan-Demagoge warnt Deutschtürken: In Deutschland droht Faschismus

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Anadolu Agency via Getty Images
Bülent Bilgi bei einer Demonstration in Köln nach dem Putschversuch in der Türkei. (Archivfoto vom Juli 2016)

► Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan soll im September nach Berlin kommen. Opposition, Medien sowie Menschenrechtsgruppen kritisieren das bevorstehende Treffen des Autokraten mit Angela Merkel.

► Bülent Bilgi, Vorstandsvorsitzende der europäischen Erdogan-Lobbyorganisation Union Internationaler Demokraten (UID) hat nun Deutschland vorgeworfen, sich in einer “präfaschistischen Phase” zu befinden.

► Bilgi sagte der  “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”: Weil “etablierte deutsche Parteien” ihre “negative Haltung gegenüber der Türkei immer wieder zum Thema gemacht“ hätten, “sind rassistische Bewegungen und Parteien darin bestärkt worden, unter dem Deckmantel der Türkei-Kritik ihr rassistisches und islamophobes Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.”

Was hinter den Aussagen des Erdogan-Lobbyisten steckt:

Vor allem griff Bilgi Grünen-Politiker Cem Özdemir an. Der hatte am Sonntag den Zeitungen der Funke-Gruppe gesagt, Erdogan sei “kein normaler Präsident in einer Demokratie” und solle deshalb auch nicht so empfangen werden.

Laut dem UID-Vorstandsvorsitzende wiege der Schaden, die Özdemir den deutsch-türkischen Beziehungen zugefügt habe, “schwer” und “belastet neben den Handelsbeziehungen auch den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland“. 

Mit seinen Äußerungen setze der Ex-Grünen-Chef “seine persönlichen Interessen vor die Deutschlands“. 

Was ihr über die UID wissen müsst:

Der Verfassungsschutz beobachtet die UID, weil sie eine „nationalistische“ Organisation und nicht mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vereinbar sei.

(jg)