POLITIK
11/02/2019 10:50 CET | Aktualisiert 11/02/2019 10:56 CET

Erdogan keilt gegen Deutsche: "Hans hat es auf uns abgesehen"

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Anadolu Agency via Getty Images

► Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Wahlkampfveranstaltung einen wütenden Angriff auf den Westen gestartet.

Erdogan sagte am Freitag in der Stadt Sivas: 

“All das Gerede über Tomaten, Auberginen und Paprika-(Preise). Wisst ihr, was eine Kugel kostet? Denkt an die Kosten für Soldaten, die gegen Terroristen kämpfen! Und ihr redet über Tomaten? Ihr macht euch mitschuldig, während George und Hans es auf uns abgesehen haben.”

► Mit George und Hans spielte der türkische Präsident wohl auf die USA und Deutschland an. Schon lange macht Erdogan den Westen für die wirtschaftliche Misere seines Landes verantwortlich, sprach in der Vergangenheit gar von einem “Krieg gegen die Türkei”.

► Die Türken beklagen in diesen Tagen rasante Preissteigerungen – insbesondere bei Gemüse. Paprika etwa sei laut dem türkischen Statistik-Institut TÜIK rund 88 Prozent teurer als noch vor einem Jahr, bei Auberginen seien es rund 81 Prozent.

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Rund zwei Monate vor den wichtigen Kommunalwahlen kämpft die Türkei weiter mit einer hohen Inflation.

Die Jahresteuerung lag im Januar bei 20,35 Prozent, wie das Statistikamt in Ankara am Montag mitteilte. Vor allem Lebensmittel und nicht alkoholische Getränke werden immer teurer.

In der vergangenen Woche hatten Medien berichtet, dass manche Händler inzwischen auf den Verkauf von Auberginen und Paprika verzichteten, weil sie zu teuer seien und keine Abnehmer fänden.

Die Türkei kämpft seit langem mit stark steigenden Preisen. Die wirtschaftliche Lage ist eines der Hauptthemen bei den Kommunalwahlen am 31. März.

► Im Sommer hatte unter anderem ein Zerwürfnis mit den USA zu einer Währungskrise in der Türkei geführt. Im Oktober war die Teuerungsrate zum ersten Mal seit 15 Jahren auf über 25 Prozent geklettert.

Dennoch führt die Erdogan-Regierung weiter einen kostspieligen Krieg im Norden Syriens – unter anderem gegen die kurdische Miliz YPG.

Mit Material der dpa.

(jg)