POLITIK
18/12/2018 06:55 CET | Aktualisiert 18/12/2018 10:39 CET

Nähe zu Erdogan? CDU-Politikerin Cemile Giousouf in der Kritik

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AFP via Getty Images
Nähe zu Erdogan? CDU-Politikerin Cemile Giousouf in der Kritik

Der früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf wird aus der eigenen Partei Sympathie für die türkischen Rechtsextremen “Grauen Wölfe” und den türkischen Präsidenten Erdogan vorgeworfen. Hintergrund: Giousouf soll Vize-Chefin der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb) werden.

► Ein Mitglied des CDU-Präsidiums sagte der “Bild”: “Die bpb soll jungen Menschen die Werte der Demokratie vermitteln. Das ist mit den ideologischen Positionen von Cemile Giousouf nicht vereinbar. Die sind aus meiner Sicht extremistisch und demokratiefeindlich.”

► Aus ihrem Heimatverband in Nordrhein-Westfalen heißt es: “In Anbetracht der engen Kontakte, die Frau Giousouf in der Vergangenheit zu türkischen Nationalisten (‚Graue Wölfe‘), Islamisten (Milli Görus) und Erdogan-Anhängern (UETD) gepflegt hat, bestehen bei vielen CDU-Mandatsträgern deshalb erhebliche Zweifel an ihrer Eignung.”

► Giousouf selbst wies die Vorwürfe gegenüber der “Bild” zurück und sagte, sie seien “an den Haaren herbeigezogene Verschwörungstheorien”, die durch ihre bisherige Arbeit widerlegt werden würden.

Warum Giousouf nun in Schutz genommen wird: Nähe zu Erdogan? CDU-Politikerin Cemile Giousouf in der

Zuspruch erhält Giousouf unter anderem aus dem Bundesinnenministerium – Behörden-Chef Horst Seehofer wird in den kommenden Wochen über die Personalie in der bpb entscheiden. Staatssekretär Marco Wanderwitz sprach von “bösartigen” Vorwürfen – er habe sie als “Bundestagskollegin kennen- und schätzen gelernt.” 

Auch von der SPD-Politikerin Sawsan Chebli erhält Giousouf Rückendeckung.

Sie spricht von einer “diffamierenden Kampagne”. Sie habe selbst erlebt, dass man als Muslima schnell als Islamist gelte, wenn man nicht Islamhasser sei.

(ben)