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24/07/2018 15:41 CEST | Aktualisiert 25/07/2018 09:06 CEST

"Er wollte nur schauen": Vater lässt Sohn am Bahngleis spielen

"Manche Leute sind so dumm. Sie verstehen nicht, wie gefährlich Züge sind."

Tim Brown
Dieses Foto zeigt, wie ein Junge am Bahngleis spielen darf. 
  • Ein Vater aus England hat erlaubt, dass sein Sohn sich auf den Bahnsteig legt und seinen Kopf am Steig runterhängen lässt. 
  • Ein Bahnangestellter fotografierte die gefährliche Situation und postete das Bild auf Facebook, wo es nun Kritik hagelt.  

“Absolut unglaublich” schreibt der britische Bahnangestellte Tim Brown aus Birmingham unter das Foto, das er auf Facebook veröffentlicht.  Auf dem Bild ist zu sehen, wie ein Junge am Bahnsteigrand liegt – mit dem Kopf über den Gleisen hängend.

Einige Meter dahinter steht ein Mann. Er ist der Vater des Jungen, der 46-jährige Ian Stanton, wie die britische Zeitung “Evening Standard” berichtete.

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Fremder will Unfall verhindern

Das Foto hat sich mittlerweile auf den sozialen Netzwerken stark verbreitet – auf Facebook wurde es über 5.000 Mal kommentiert und über 6.000 Mal geteilt. Dabei hagelte es vor allem Kritik.

So kommentiert etwa die Nutzerin Iris Daws: “Manche Leute sind so dumm. Sie verstehen nicht, wie gefährlich Züge sind. Ich habe schon mal gesehen, wie ein Junge am Bahnhof gestorben ist. Wenn der Mann gesehen hätte, was ich gesehen habe, hätte er das Kind das nicht machen lassen.”

Bahnangestellter Brown erklärt selbst unter seinen Post, dass er den Vater darauf angesprochen habe. Dass er ihn gefragt habe, was er da mache. “Seine Antwort war: ‘Der Zug kommt nicht’.”

Als er den Vater auf andere Züge wie Güterzüge, Leerfahrten oder unangekündigte Züge angesprochen habe, habe der Vater gesagt, dass der nächste Zug erst um 16:38 Uhr käme. 

Brown habe dann die Bahnwachen darauf aufmerksam gemacht. Er habe dem Vater gesagt, dass Menschen bei solchen Aktionen schwer verletzt oder sterben würden. Der habe dann geantwortet, dass Brown ein Gutmensch sei und der Junge das Gleis “nur mal anschauen will”. 

Ermittlungen laufen

In einem Video der Nachrichtenseite “BBC” verteidigt sich der Vater, Ian Stanton, jetzt. Er sei direkt neben seinem Sohn Devon gestanden und habe die Richtung, aus der die Züge kommen und die Informationstafeln im Blick gehabt.

“Devon ist ein neugieriges Kind und wollte einen Stein oder ein Stück Holz von den Schienen aufheben. Ich habe ihm gesagt, dass das keine gute Idee ist und er hat gefragt, ob er mal kurz schauen könnte.”

Er wisse, dass das dem Mann, der das Foto gemacht habe, nicht gefalle, aber es sei eben nur eine Momentaufnahme. Sein Sohn Devon sei nur für dreißig Sekunden am Gleis gelegen und alle Kommentatoren seien nicht dabei gewesen.

Die Polizei hat laut “BBC” den Vater zur Befragung vorgeladen.  

Die zuständige Bahngesellschaft teilte dem Nachrichtensender “Sky News” mit, dass Züge häufig, ohne zu bremsen oder ohne auf einem Fahrplan angekündigt zu werden, mit sehr hoher Geschwindigkeit durch die Bahnhöfe fahren würden.

(nc)