POLITIK
31/08/2018 08:10 CEST

Entertainer Böhmermann rechnet hart mit der SPD ab

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Sean Gallup via Getty Images
Jan Böhmermann. 

► ZDF-Entertainer Jan Böhmermann hat ein Doppelinterview mit dem Satiriker und Politiker Martin Sonneborn in der “Süddeutschen Zeitung” zu einem Angriff auf die SPD genutzt.

► Böhmermann sagte: “Wo früher SPD war, ist jetzt Realpolitik. Statt den Laden von unten aufzurollen, lässt sich die SPD-Basis mit Gesprächskreisen, Arbeitsgruppen und Kevin-Kühnert-Interviews erfolgreich von der Sozialdemokratie ablenken.”

► Weiter kritisierte der Moderator die Gespaltenheit der Partei: “Echte SPD-Mitglieder unterbrechen die stumme Verachtung ihrer orientierungslosen Parteispitze nur noch, um sich gemeinsam mit ihr vor den immer neuen, immer katastrophaleren Umfrageergebnissen zu fürchten.”

Es sei amüsant dabei zuzuschauen, wie die SPD versuche, “das gigantische Wählerpotenzial rechts von Olaf Scholz und links von Angela Merkel anzuzapfen”.

Was Böhmermann und Sonneborn noch sagten:

Für Böhmermann verschwimmt die Grenze zwischen Politik und Satire. Angesichts populistischer Politiker wie US-Präsident Donald Trump oder AfD-Fraktionsvize Beatrix von Storch glaube er zwar nicht, dass die Realität satirischer werden könne als die Satire selbst.

“Die Leute haben es nur zunehmend schwerer, den Unterschied zu erkennen”, sagte der “Neo Magazin Royale”-Moderator.

Sonneborn sagte, man könne “auf den Irrsinn dieses immer irrsinniger werdenden kapitalistischen Systems” unterschiedlich reagieren.

“Man kann mitspielen. Man kann Alkoholiker werden. Man kann in den bewaffneten Widerstand gehen. Oder in die Politik. Oder eben Satire betreiben”, sagte er dem “SZ Magazin”. “Es war meine Methode, mit der Welt umzugehen: einen Witz über sie zu machen.”

Mit Material der dpa.