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24/06/2018 17:32 CEST | Aktualisiert 25/06/2018 10:16 CEST

Engländer bejubeln Tor: Was Panamas Spieler machen, sorgt für Wirbel

Gibt es eine neue Fifa-Regel?

Clive Brunskill via Getty Images
  • Die Spieler von Panama haben am Sonntag versucht, nach einem Gegentor den Anstoß auszuführen, während ihre Gegner noch jubelten.
  • Bei der WM in Russland gibt es die Theorie: Eine neue Regel würde das erlauben. 

Die Ecke kommt mit viel Tempo in den Strafraum, John Stones steht völlig frei am Elfmeterpunkt und köpft den Ball ins Tor des Keepers von Panama: 1:0 für England in der 8. Minute. 

Es war der Auftakt zu einem wahren Torfestival an diesem Sonntagnachmittag bei der Fußball-WM in Russland. Die Three Lions gewinnen am Ende mit 6:1. 

Doch was kurz nach dem Tor von Stones passiert, sorgt für Spekulationen im Netz. 

Panama will schnell nach vorne 

► Denn in einer Aufnahme, die das ganze Spielfeld zeigt, ist zu sehen: Panamas Kicker wollen sofort den Anstoss ausführen, während Englands Spieler noch jubeln. 

► Eine ähnliche Szene gab es bereits im Spiel Portugal gegen Spanien. Nach einem Tor von Cristiano Ronaldo feierten die Portugiesen den Treffer, ein Spieler blieb jedoch auf dem Spielfeld zurück. 

Damals machte auf Twitter die Theorie über eine angeblich neue Regel der Fifa die Runde: Demnach wäre es dem Schiedsrichter erlaubt, die Partie wieder anzupfeifen, sobald sich kein Spieler der Mannschaft mehr, die zuvor ein Tor geschossen hat, in der gegnerischen Hälfte befindet.

► Der portugiesische Spieler José Fonte war sich im Gespräch mit der “Sportschau” sehr sicher: “Ich habe gehört, dass es eine Regel gibt, wenn alle das Spielfeld verlassen, dann könnte man das Spiel wieder anstoßen.”

Experten halten das für Unsinn

Im Fall von England verließen nun alle Feldspieler kurzzeitig den Platz, einer kehrte dann wieder zurück. Der Schiedsrichter pfiff den Anstoss von Panama ab. 

BBC-Journalist Phil McNulty kommentierte die Szene auf Twitter: “Panama versucht jetzt, den Anstoß zu machen, während England jubelt. Sie müssen letztens Twitter gelesen haben.”

Die Betreiber des Schiedsrichter-Podcasts “Collinas Erben” hatten schon nach dem Portugal-Spiel geschrieben: Die Theorie der neuen Fifa-Regel zum Abstoß ist Unsinn. 

Nach dem Match zwischen England und Panama kommentierten sie auf Twitter: “Einen großen Dank an Panama, dass sie das Ding mit der ‘schnellen Mitte’ nach einem Gegentor einfach mal versucht haben (und natürlich gescheitert sind). Glaubt einem sonst ja wieder keiner, wenn man sagt, dass das Quatsch ist.”

Mehrere Experten bestätigten das auch der “Sportschau”: Die “Phantom-Regel” ist eben das – ein Phantom. 

(mkl)