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01/08/2018 20:51 CEST

Eltern werfen schwulen Sohn raus – danach ist er 64.000 Euro reicher

“Sie haben dort gesagt, dass Transgender keine Menschen sind, das hat mich wirklich gestört."

Go Fund Me / Seth Owen
Seth Owen darf sich jetzt über jede Menge Geld freuen.
  • Ein 18-jähriger US-Amerikaner ist von seinen Eltern aus dem Haus geworfen worden, weil er schwul ist.
  • Als eine Lehrerin von seiner Geschichte hört, beschließt sie zu helfen.

Der 18-jährige Seth Owen aus dem US-Bundesstaat Florida hat es nicht leicht im Leben. Seine Eltern warfen ihn von zu Hause raus, als der Vater bemerkte, dass sein Sohn schwul war. 

Darüber berichtete der US-Sender NBC.

Eltern haben versucht, ihren Sohn zu “bekehren”

Die streng gläubigen Eltern versuchten noch, ihr Kind zu bekehren und steckten Owen in ein christliches Therapieprogramm.

Dort sollte der 18-Jährige stereotypische Männeraufgaben erledigen. Doch er weigerte sich und überredete seine Eltern stattdessen, die Therapie zu unterbrechen. Owen störte sich an der Kirche, die seine Eltern besuchten.  

“Sie haben dort gesagt, dass Transgender keine Menschen sind, das hat mich wirklich gestört.”

Der 18-Jährige versuchte zwar seine Eltern umzustimmen, doch die stellten ihm ein Ultimatum: Entweder die Kirche besuchen und “normal” werden oder ausziehen.

“Ich hoffte, dass sich meine Mutter mir in den Weg stellen würde und mir zu verstehen gibt, dass sie mich mehr liebt als ihre Religion.”

Doch das sei nicht der Fall gewesen: Owen zog aus.

Seth Owen kann sich Studiengebühren nicht mehr leisten

Doch damit begannen neue Problem. Denn dem Jungen wurde zwischenzeitlich ein Platz an der renommierten Georgetown Universität in Washington DC angeboten. Der 18-Jährige konnte sich die Studiengebühren ohne die Hilfe seiner Familie aber nicht mehr leisten.

“Ich fing an zu weinen, weil mir klar war, dass ich nicht aufs College gehen konnte. Georgetown war meine einzige Option, weil ich bereits die anderen Annahmen abgelehnt hatte”, sagte Owen NBC.

Biologie-Lehrerin startet einen Spendenaufruf

Der Traum, auf die Universität zu gehen, schien zu zerplatzen – bis sich Owens Biologie-Lehrerin Jane Martin einschaltete.

Sie startete im Internet spontan einen Spendenaufruf: “Ich weiß, dass das Ziel (17.000 Euro, Anm. d. Red.) unrealistisch erscheint und die Umstände nicht ideal erscheinen. Ich weiß aber auch, dass Gemeinschaften das Unmögliche möglich machen können. Überall auf der Welt gibt es Regenbogen. Helft mir, einen Regenbogen in Seths Sturm zu bringen.”

Auf die Frage, warum die Lehrerin Owen half, sagte sie NBC: “Seth war ein auffälliges Kind. Er war sehr ehrgeizig und versuchte immer sein Bestes, um so erfolgreich wie möglich zu sein.”

Owens Traum wird doch noch wahr

Und tatsächlich schaffte Martin das Unmögliche: Die Lehrerin konnte bislang umgerechnet etwa 75.000 Euro sammeln – mehr als das vierfache des anfänglichen Ziels.

Owen sagte NBC, dass damit seine Träume wahr geworden seien. Schon im August wollte er sich bei Universität in Georgetown einschreiben. Er hofft außerdem, dass seine Geschichte auch andere Menschen dazu inspiriert, offen mit ihrer Sexualität umzugehen.

(mf)