LIFE
10/09/2018 14:54 CEST | Aktualisiert 12/09/2018 14:02 CEST

Eltern lassen sich "Designer-Enkel" aus dem Sperma ihres toten Sohnes schaffen

Das Kind ist mittlerweile drei Jahre alt und lebt bei seinen Großeltern in Großbritannien.

Morgan Hank via Getty Images
Das Verfahren soll umgerechnet etwa 112.000 Euro gekostet haben. (Symbolbild)
  • Ein britisches Paar hat dem verstorbenen 26-jährigen Sohn Sperma entnehmen lassen, um einen Enkel zu bekommen.
  • Der Sohn war bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen.

Ein Ehepaar aus Großbritannien hat aus dem Sperma ihres verstorbenen Sohnes ein “Designer-Baby” machen lassen.

Darüber berichtete die britische Boulevard-Zeitung “The Daily Mail”.

Das unbekannte Ehepaar habe sich dazu entschlossen, ihrem einzigen Sohn Sperma entnehmen zu lassen, nachdem der bei einem Motorradunfall gestorben war. 

Das 112.000-Euro-Baby

Da es in Großbritannien verboten ist, Babys “designen”, schickte das Paar das Sperma des Sohnes nach Amerika. Dort wählten sie männliche Spermien und ließen sie durch Ärzte in Spender-Eizellen einpflanzen sowie von einer Leihmutter austragen.

Das Verfahren soll umgerechnet etwa 112.000 Euro gekostet haben. 

Offensichtlich mit Erfolg: Das Kind ist mittlerweile drei Jahre alt und lebt bei seinen Großeltern in Großbritannien. 

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“Was wir getan haben, geht in Großbritannien nicht. Dort ist es verboten, das Geschlecht eines Kindes auszuwählen”, sagte der behandelnde Gynäkologe David Smotrich vom “La Jolla”-Kinderwunschzentrum in San Diego, im US-Bundesstaat Kalifornien, der Zeitung.

“Ein Kind aus dem Sperma eines Toten zu erschaffen, ist außerordentlich selten. Ich habe es erst fünf Mal gemacht”, gab der Gynäkologe zu.

Laut seiner Internetseite habe Smotrich bereits über 15.000 Befruchtungen durchgeführt. 

“Das Paar hat verzweifelt nach jemanden gesucht, der ihnen einen Erben schenkt. Und sie wollten einen Jungen”, sagte Smotrich.

Laut Smotrich sei das Paar “extrem reich” und gehöre zu einer “angesehenen Familie”. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass das Paar britische Gesetze umgangen habe. 

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(nmi)