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03/11/2018 09:12 CET

Eltern schicken Sohn vier Jahre nicht zur Schule: Deshalb fiel es nicht auf

Vier Jahre lang ist der Junge in keinem Unterricht gewesen.

isabella antonelli via Getty Images
Der Junge hat vier Jahre lang keine Schule besucht. (Symbolbild)

Vier Jahre lang nicht die Schulbank drücken. Das klingt nach dem Traum so manchen Kindes. Doch dass dahinter kein Spaß steckt, zeigt ein Fall aus Bremen.

Wie der “Weser-Kurier” berichtet, sei Behörden jetzt ein zehnjähriger Junge aufgefallen, der noch nie in seinem Leben in der Schule gewesen ist.

Wie sich herausstellte, seien die Eltern häufig zwischen Deutschland und einem anderen Land umgezogen. Hinzu kommt: Die “Bußgeldstelle” für Schulschwänzer sei in Bremen einige Zeit unbesetzt gewesen sein, sodass niemandem auffiel, dass der Junge nicht zur Schule geht. 

Dass Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schicken ist kein Einzelfall, allein in Bremen gab es im Schuljahr 2017/2018 124 Fälle, in denen Eltern ihre Kinder aktiv von der Schule ferngehalten hatten. Tendenz steigend.

Vor allem in strukturschwachen Stadtgebieten ist die Tendenz der Schulschwänzer steigend

“Das Phänomen macht uns große Sorgen“, sagt Claudia Ludwigshausen, Leiterin des Regionalen Beratungs- und Unterstützungszentrums Rebuz-Nord dem “Weser-Kurier”. 

Die Gefahr, dass Schüler im System verloren gehen, drohe besonders in den schulischen Übergängen zum Beispiel von Klasse vier bis Klasse fünf, sagt die Expertin.

Schulschwänzer gebe es zudem vor allem unter Schülern, die kurz vor dem Abschluss stehen.

Die Zahlen seien vor allem in strukturschwachen Stadtgebieten steigend, sagt Stephan Wagner, Leiter der Oberschule In den Sandwehen in Blumenthal dem “Weser-Kurier”.

Die Gründe dafür sind laut den Experten divers: Versagensängste, Probleme im Elternhaus oder auch religiöse Gründe könnten dahinter stecken.

(lp)