ELTERN
02/01/2019 17:43 CET | Aktualisiert 02/01/2019 21:57 CET

Eltern: 13 Dinge, die ich in den ersten Wochen als Mutter gelernt habe

"Babys schlafen nur ein, wenn sie geschaukelt, besungen, getragen oder gefüttert werden."

Elternwerden ist eine der wunderbarste Erlebnisse des Lebens. Von einem Tag auf den anderen steht alles Kopf – nichts ist mehr, wie es zuvor einmal gewesen ist. Wie sehr sich das Leben von Müttern, aber auch Vätern in den ersten Wochen nach der Geburt verändert, beschreibt HuffPost-Autorin Victoria Richards.

1. Du bist nie allein

Nicht auf der Toilette, nicht in der Nacht, zu keiner Zeit. Nicht mehr. Überhaupt nicht mehr.

2. Du genießt das Essen nicht mehr

Feuchtfröhliches Frühstücken mit Freunden in Cafés, romantische Abendessen, sogar eine Flasche Wein und Takeaway-Essen gehören der Vergangenheit an. Essen wird jetzt schnell und funktional konsumiert – mit einer Hand, denn die andere Hand hält das Baby. Vielleicht musst du sogar jemanden bitten, dein Essen für dich zu schneiden, damit du es hektisch mit der Gabel aufpieksen kannst. Mein “Abendessen” sechs Tage nach der Geburt war verbranntes Hühnchen Kiew, das ich wie ein Sandwich mit einer Hand gegessen habe.

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Mehr als eine Hand bleibt nicht, um Essen zuzubereiten.

3. Du kannst nicht duschen.

Das Baby hinzulegen, macht das Baby unglücklich. Deine Bemühungen, sauber zu bleiben, machen das Baby unglücklich. Du wirst versuchen, das Baby in seinem Bettchen zu lassen, während du ins Badezimmer stürzt, doch du wirst schnell zu der Überzeugung gelangen, dass es sich in den vergangenen 30 Sekunden selbst verletzt hat und deshalb nackt und klitschnass ins Kinderzimmer rennen. Du wirst lernen, das Baby in seinem Körbchen oder seiner Wippe mit ins Badezimmer zu nehmen. Das Baby wird glücklich darüber sein.

4. Du machst dir die ganze Zeit Sorgen.

Ich hatte keine Ahnung, dass ich in den seltenen Momenten, in denen mein Baby ruhig in seinem Bettchen schlief, kein Auge zumachen könnte. Ich hatte diese intensive und vollkommen irrationale Angst, dass meine Tochter sterben könnte. Ich meine es ernst – wenn sie länger als 30 Minuten schlief, hing ich über ihr und überprüfte ängstlich, ob sie noch atmete. Ich habe das MONATELANG getan.

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Du willst immer schlafen, dein Baby nie.

5. Du wirst Fotos auf deinem Handy anstarren wie ein verliebter Teenager

Voreingenommen, oh ja – aber wer wäre das nicht, wenn dieses Baby das schönste ist, das du jemals gesehen hast? (Auch wenn es in Wahrheit aussieht wie ein kleiner, verkorkster, haariger Affe).

6. Du wusstest nicht, was Müdigkeit ist

“Ich weiß, was es heißt, müde zu sein”, habe ich gespottet, bevor ich Mutter wurde. “Ich habe bis spät in die Nacht gearbeitet, bin früh aufgestanden, habe Nächte durchgetanzt und bin um 7 Uhr morgens nach Hause gekommen – es ist ja nicht so als hätten Eltern ein Monopol auf Müdigkeit.”

Oh, du süße Unwissenheit. Wart’s ab. Vielleicht hast du dich mal für ein paar Wochen verausgabt, aber wenigstens kann man als kinderloser Mensch die Wochenenden nutzen, um ein wenig Schlaf nachzuholen. Versucht es mal mit chronischem Schlafmangel über SIEBEN JAHRE hinweg. 

7. Man muss Babys erst beibringen, zu schlafen

Als Erwachsener ist es schwer, NICHT einzuschlafen – im Kino, auf dem Sofa, im Zug, bei der Arbeit. Aber Babys wissen nicht, wie das geht. Wenn es nach Babys geht, schlafen sie nur ein, wenn sie geschaukelt, besungen, getragen oder gefüttert werden. Später, an einem Punkt der völligen Erschöpfung, wirst du die Vor- und Nachteile des Schreienlassens diskutieren (das Baby allein lassen, während es sich in den Schlaf weint). Es ist eine harte Zeit. Sei gut zu dir selbst. Vertraue deinem Gefühl.

8. Neugeborene Babys schlafen trotzdem irgendwie immer

Gefühlt 23 Stunden am Tag schlafen Babys – anfangs. Und ja, es ist möglich, alle sieben Staffeln der Gilmore Girls innerhalb von zwei Wochen zu gucken. Genieße diese Sofazeit mit deinem Neugeborenen, das friedlich auf deiner Brust schläft. Denn es wird nicht lange so bleiben.

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Babys schlafen anfangs sehr viel. Doch das geht vorbei.

9. Alles macht ihnen Blähungen

Babys müssen Bäuerchen machen, oder sie weinen und meckern und machen laute, grunzende Geräusche während sie schlafen. Sie können ihr Bäuerchen nicht selbst machen, deshalb wirst du dein Baby in jede erdenkliche Richtung halten, ihm auf den Rücken klopfen, es auf deine Knie legen, es nach vorne und nach hinten biegen – alles, was die Luft heraus befördert.

10. 116 117 – der ärztliche Bereitschaftsdienst – ist dein bester Freund

Ausschläge, Husten, Röcheln, Erkältung, zu viel Schlaf, zu wenig Schlaf… nichts kann dich auf die vernichtende, allumfassende Eltern-Paranoia vorbereiten. Babys sind robuster als man denkt, aber wenn du dir Sorgen machst – und der Kinderarzt schon geschlossen hat – kannst du unter der Nummer 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen. Das Risiko – und dein Verstand – sind es schließlich nicht wert.

11. Hochstapler-Syndrom

“Ich kann das nicht.” Vielleicht fühlst du dich wie ein Kind, das Mama spielt, mit dem kleinen Unterschied, dass die Puppe, die du badest, echt ist und sehr, sehr, sehr laut. Nimm dir die Zeit, um dir selbst ordentlich den Rücken zu tätscheln. Die ekelhafte Windel? Du hast dich darum gekümmert wie ein echter Pro. High-five.

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Du machst das besser, als du vielleicht denkst!

12. Du brauchst so viel ZEUG (oder zumindest glaubst du das)

Kinderwagen, Babybett, Babynest, Stillkissen, Badethermometer, Baby Monitor, Fieberthermometer… etc. Ich hatte noch nie in meinem Leben so viele Amazon-Lieferungen wie in den ersten Tagen nach der Geburt meiner Tochter.

Das große Geheimnis ist, dass du die Hälfte davon nicht brauchst. Die spezielle, durchsichtige Babybadewanne, für die du über 20 Euro bezahlt hast? Ein Plastikeimer aus dem Baumarkt hätte es auch getan.

13. Du ekelst dich vor gar nichts mehr

Du pulst (oder saugst sogar) Popel aus der Nase deines Babys, machst gigantische Kacke-Explosionen sauber und nimmst es gelassen. Nachdem mein Mann einmal eine Windel gewechselt hatte, leckte er gedankenverloren etwas von seiner Hand, das er für Schokolade hielt (Spoiler: es war keine Schokolade). Aber er hat es entspannt gesehen. Das ist jetzt Liebe, für dich.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der HuffPost UK und wurde von Gina Louisa Metzler aus dem Englischen übersetzt und redaktionell angepasst. 

(ujo)