WIRTSCHAFT
07/08/2018 20:27 CEST | Aktualisiert 07/08/2018 23:02 CEST

Elon Musk möchte Tesla offenbar von der Börse nehmen – das steckt dahinter

Auf den Punkt.

Joshua Lott via Getty Images
Elon Musk will Tesla offenbar von der Börse nehmen. 

Einige wenige Worten über den Dienst Twitter reichten – und die Verwirrung an der Börse war groß. 

In einem Tweet kündigte Elon Musk, Vorstandschef und Gründer von Tesla, am Dienstag an, er wolle aus dem Autobauer ein privates Unternehmen machen und es so von der Börse nehmen. Die Ankündigung ist ein Paukenschlag, die Reaktion am Aktienmarkt fiel dementsprechend heftig aus. 

Doch was hat der schillernde Unternehmer Musk vor? Die Tweet-Überraschung und ihre möglichen Folgen – auf den Punkt gebracht.

Was Elon Musk auf Twitter schrieb: 

► Auf dem verifizierten Twitter-Konto des Tech-Milliardärs erschien am Dienstag eine überraschende Nachricht: Musk erwägt, sein Unternehmen bei einem Aktienkurs von 420 US-Dollar zu privatisierenDie Finanzierung sei gesichert.

► Der Tesla-Chef ist für seine launischen Tweets bekannt. In einem weiteren Tweet legte er allerdings nach: Er hoffe, dass alle bisherigen Investoren auch bei der Eigentümerstruktur beteiligt blieben. 

► Das Unternehmen Tesla kommentierte die Tweets zunächst nicht. Später bestätigte Musk allerdings in einer E-Mail gegenüber den Tesla-Mitarbeitern seine Planspiele und erklärte seine Beweggründe.

► Der Börsenabgang stehe demnach noch nicht endgültig fest. Die starken Schwankungen des Aktienkurses seien allerdings eine große Ablenkung für alle Mitarbeiter.

Musk bestätigte hier noch einmal: Gehe es nach ihm, so sollten alle Investoren eine Wahl erhalten und entweder zum Preis von 420 Dollar verkaufen oder ihre Aktien behalten können, falls Tesla privatisiert werden sollte.

Wie die Märkte reagierten: 

► Nach der ersten Ankündigung von Musk ging die Aktie von Tesla in kurzer Zeit um fast sieben Prozent nach oben. 

► Die Technologie-Börse Nasdaq, an der Teslas Papiere gehandelt werden, stoppte angesichts der Aufregung rund um Musks Tweets zwischenzeitlich den Handel mit Tesla-Aktien. 

Als es am späten Nachmittag wieder losging, legte der Kurs um zwölf Prozent zu.

► Vor Musks Twitter-Gewitter hatte bereits ein Zeitungsbericht für starken Kursauftrieb gesorgt, laut dem Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF eine große Tesla-Beteiligung aufgebaut hat.

Was hinter Musks Ankündigung steckt: 

► Bekannt ist: Musk übernimmt nicht gerne die Pflichten des Vorstandschefs des börsennotierten Autobauers. Er verachtet Spekulanten, die auf das Scheitern seines Elektroautobauers setzen. 

► Tesla geht derzeit hohes Risiko mit seinem Hoffnungsträger Model 3, und an den Finanzmärkten laufen viele Wetten auf Kursverluste der Aktien. Die Produktion des Models 3 verschlingt viel Geld und gestaltet sich schwierig.  

► Aber: Alleine kann der Tech-Unternehmer nicht entscheiden, Tesla von der Börse zu nehmen. Er hält nur 20 Prozent der Anteile. Verkaufen wolle er seine Anteile aber nicht, schrieb Musk auf Twitter.

► Für Spekulation sorgt allerdings auch, dass der saudi-arabische Staatsfonds PIF kürzlich laut der “Financial Times” Tesla-Anteile in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar erworben hat. Den Fonds steuert der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman persönlich.

Auf den Punkt: 

Nach dem Börsengang von 2010 mit Tesla scheint Elon Musk genug von Spekulanten, Analysten und detaillierten Mitteilungen über das Geschäft des Autobauers zu haben. Wie genau die Zukunft der Firma aussieht, ist derzeit aber nicht unklar.  

Mit Material der dpa.