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08/07/2018 11:39 CEST | Aktualisiert 02/08/2018 09:12 CEST

El Salvador: Erdbeben zerstört Haus von 87-Jähriger – die fasst Plan

"Alle sagten mir, ich sei verrückt."

  • Bei einem Erdbeben in Salvador 2001 hat María Ponce ihr Haus verloren.
  • Also beschloss sie, sich ein neues zu Hause zu bauen: komplett aus Plastikflaschen.
  • Wie das aussieht, seht ihr im Video oben.

María Ponce hat vor 17 Jahren von einem Tag auf den anderen ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Ein schweres Erbeben hatte 2001 ihre Heimat El Salvador in Mittelamerika heimgesucht. Damals kamen 944 Menschen ums Leben. Zudem wurden 5565 Menschen verletzt und 108.261 verloren ihr Zuhause – eine von ihnen war die damals 70-Jährige. 

Zuerst wusste sie nicht so recht, wie sie auf den plötzlichen Verlust eines Daches über dem Kopf reagieren soll. Sie hatte kein Geld und keine Mittel, sich ein neues Haus zu bauen.

Die Idee kam im Traum

► Aber dann habe sie an einem Samstag im Jahr 2003 einen Traum gehabt, erzählt sie im Interview mit dem Nachrichtenservice Caters. Sie sah ein Haus aus Plastikflaschen auf einem Berg stehen.

“Ich wachte auf, als ein Heiliger vor mir stand. Da hing auch eine Schriftrolle mit großen Buchstaben vor mir an der Wand. Keine Ahnung, was darauf stand. Ich kann nicht lesen.

7 Monate lang baute sie sich ihr eigenes Haus

Der Plan war gefasst und so fing Ponce an, über vier Monate hinweg Plastikflaschen in ihrem Dorf zu sammeln. “Alle sagten mir, ich sei verrückt.” Aber sie war sich ihrer Sache sicher: “Mir wurde gesagt: Hast du denn schonmal ein Haus aus Flaschen gesehen? Daraufhin meinte ich: Ich werde es bauen, denn ich habe es ja bereits gesehen!”

► Drei weitere Monate benötigte die heute 87-Jährige um sich ihr kleines Haus zu bauen und zu gestalten. Zuerst habe sie den Zement verteilt, erklärt sie und hinterher mit Flaschendeckeln den Boden gestaltet. Später baute sie die Wände aus Plastikflaschen, die sie dann alle mit ihrem Finger bemalte und verzierte.

Keine Angst mehr vor Umweltkatastrophen

Heute verdient María Ponce ihren Lebensunterhalt mit ihrer ungewöhnlichen Unterkunft. “Die Menschen sind überrascht, weil mir jetzt Besucher Geld dafür geben, mein Haus ansehen zu dürfen. Von diesem Geld lebe ich.” 

► Vor Unwettern oder gar einem weiteren Erdbeben habe Ponce nun übrigens keine Angst mehr, verrät sie.

“Wenn es regnet, dann bebt das Haus. Aber es wird innen nicht nass. Falls wirklich einmal das Haus zusammenfallen sollte, wird es mich nicht umbringen. Wenn es aus Zement wäre, würde es mich umbringen. Aber es wird eh nicht zusammenfallen.”

(nmi)