ELTERN
14/06/2018 17:34 CEST

Britische Sozialarbeiterin wollte Eis für Kind, nun steht sie vor Gericht

Sie habe nur seine "emotionalen Bedürfnisse" erfüllen wollen.

Chris Ryan via Getty Images
Der Familienrichter bezeichnete die Beweggründe der Sozialarbeiterin als völlig "unlogisch". (Symbolbild)
  • Weil er kein Eis bekommen hat, hat eine britische Sozialarbeiterin einer Mutter ihren Sohn weggenommen.

  • Die Mutter verklagte die Sozialarbeiterin, die der Richter dann für ihre “unbegründete” und “unlogische” Kritik maßregelte.

Dass eine Mama gesetzlich dazu verpflichtet ist, ihrem Kind jederzeit ein Eis oder einen neuen Haarschnitt zu spendieren, ist wohl die Wunschvorstellung vieler Kinder.

Eine britische Mutter verwehrte ihrem Sohn diese Wünsche und bekam darauf prompt ihren Sohn entzogen. Die Mutter verklagte daraufhin die verantwortliche Sozialarbeiterin, wie die britische Zeitung “The Telegraph” berichtete.

Kein Eis und neuer Haarschnitt: Kind weg!

Als “völlig unbegründet” und “offensichtlich unlogisch” habe Familien-Richter Justice Mostyn, vom High Court in London, die Kritik dieser Sozialarbeiterin an der Mutter aus dem britischen Swansea, Wales, bezeichnet.

Die Sozialarbeiterin habe entgegnet, dass sie der Mutter ihren achtjährigen Sohn entzogen hätte, da diese nicht fähig gewesen sei, seine “emotionalen Bedürfnisse” zu erfüllen.

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Worin genau diese emotionale Vernachlässigung bestanden habe, habe die Sozialarbeiterin in einem 44-seitigen Bericht darlegen wollen. Doch “konkrete Beispiele” seien in ihren “Schwaden von Text” kaum erkennbar gewesen, zitierte “The Telegraph” den Familien-Richter.

Behörden lehnten Rückführung ab

Der Richter habe daraufhin die Sozialarbeiterin mit ihren eigenen Worten gerügt: ”‘Die Mutter habe nicht genügend Zeit zu zweit mit dem Jungen verbracht und ihn nicht einmal auf ein Eis eingeladen’ – das ist in meinen Augen eine absolut unbegründete Kritik”, sagte Richter Mostyn dem Nachrichtenportal.

In niedrigerer Instanz habe ein Richter vorab entschieden, den mittlerweile Achtjährigen zu Pflegeeltern zu geben. Doch seine Mutter habe ihn regelmäßig besucht und beim Sozialdienst beantragt, ihren Sohn wieder nach Hause holen zu können.

►Nachdem das nicht geklappt hatte, habe die Mutter geklagt.

Der Junge könne nun doch zurück zu seiner Familie, aber werde weiterhin vom Sozialdienst überwacht.