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30/08/2018 14:12 CEST

Einvernehmliche Scheidung – so läuft sie ab

Die einvernehmliche Scheidung ist der nette Weg, sich voneinander zu trennen – ohne Rosenkrieg. Das spart in der Regel Nerven, Zeit und Geld.

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Eine Scheidung kann auch in einer einvernehmlichen Einigung enden.
  • Als Vorarbeit der Partner sollte der Unterhalt, die Vermögensaufteilung und das Sorgerecht geklärt werden. 
  • Dadurch kann der Scheidungsantrag schneller bearbeitet werden und die Kosten sinken. 
  • Existieren größere Streitpunkte, sollte man jedoch trotzdem lieber einen Rechtsanwalt hinzuziehen.

Ist die Ehe am Ende und beide Ehegatten können sich ein weiteres Zusammenleben miteinander nicht mehr vorstellen, gilt die Ehe auch vor Gericht als gescheitert und kann mit dem Einverständnis beider Partner geschieden werden. 

Einvernehmliche Scheidung – der freundschaftliche Weg

Kann sich das Paar auf eine Trennung und auf die Vermögensverhältnisse nicht einigen, so wird die Regelung vor Gericht in Vertretung der Anwälte, mit Zeugenvernehmungen und Beweismittel gefunden.

Das Verfahren bringt allerdings hohe Kosten und eine nervenaufreibende Zeit mit sich. Es gibt jedoch einen Weg, um den Rosenkrieg zu umgehen, bzw. diesen so klein wie möglich zu halten – die einvernehmliche Scheidung. 

Mit der einvernehmlichen Scheidung wird auf hohe Prozess- und Anwaltskosten, lange Anhörungen vor Gericht und den emotionalen Rosenkrieg verzichtet.

Es wird vermieden, dass sich der Scheidungsprozess weiter hochschaukelt. 

Voraussetzung für den Scheidungsbeschluss

  • Das Paar lebt mindestens seit einem Jahr getrennt voneinander. Die räumliche Trennung kann durch den Auszug einer Partei stattgefunden haben oder in der gemeinsamen Wohnung in getrennten Räumen vollzogen sein.
  • Es findet kein gemeinsames Leben statt.

Der Verzicht auf ein langes und kostspieliges Scheidungsverfahren setzt außerdem voraus, dass das Ehepaar sich über alle relevanten Punkte, die eine Trennung konsequenterweise mit sich bringt, geeinigt hat. Dazu gehört:

  • der Umgang mit den gemeinsamen Kindern,
  • Unterhaltskosten für die Kinder, eventuelle Unterhaltskosten für den Ex-Partner, wenn dieser aufgrund der Kinderbetreuung nicht voll arbeiten gehen kann,
  • Aufteilung des Vermögens und des Haushalts,
  • Versorgungsausgleich muss geregelt werden, wenn einer der Partner in der gemeinsamen Ehe eine Zeit lang aufgrund der Kinderbetreuung keine Einkünfte hatte und somit auch die Rentenbeiträge nicht einzahlen konnte.

In diesem Fall hat der arbeitende Ehegatte seine Rentenansprüche erhöht. Mit dem Versorgungsausgleich werden die Rentenansprüche durch zwei geteilt.

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Ein emotionaler Rosenkrieg - so weit muss es nicht kommen. 

Einvernehmliche Scheidung – das Vorgehen

Mit einer schriftlichen Erklärung, dass beide Ehepartner sich darüber geeinigt haben, ihre Ehe zu beenden und alle Punkte bereits miteinander geklärt haben, sind die Voraussetzungen für die einvernehmliche Scheidung erfüllt.

Für das Einreichen des Antrags beim Familiengericht wird ein Anwalt benötigt. Hier reicht es jedoch aus, dass nur ein Rechtsbeistand sich der Sache annimmt. Der Anwalt einer Seite reicht den Antrag ein, der zweite Partner muss dem Antrag nur zustimmen.

Die Kosten können durch zwei geteilt werden. Mit einer einvernehmlichen Scheidung spart man nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven.

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Da die Regelungen ohne Gerichtstermine und Befragungen erfolgen, dürfen die Anträge bereits ca. 8 Wochen vor dem Ablauf des Trennungsjahres eingereicht werden. Die Bearbeitung kann bis zu 6 Monate andauern.

Von der einvernehmlichen Scheidung – und somit den Verzicht einer Partei auf einen Rechtsanwalt – ist abzuraten, wenn bereits Streitpunkte bei der Vermögensaufteilung oder dem Umgangsrecht mit Kindern bestehen.

Größere Vermögenssummen sollten immer von Rechtsanwälten verwaltet werden.