POLITIK
25/03/2018 20:20 CEST | Aktualisiert 26/03/2018 09:36 CEST

Eine Million Amerikaner protestieren – aber Trump interessiert etwas ganz anderes

Wer so einen Präsidenten hat, braucht keine Feinde.

  • US-Präsident Trump hat sich am Tag nach Massenprotesten gegen Waffengewalt im ganzen Land auf Twitter geäußert
  • Aber nur zu dem, was nach seiner Logik wirklich wichtig ist – und das waren eben nicht die Proteste
  • Im Video oben: Ex-US-Vizepräsident greift Trump öffentlich an: “An der Highschool würde ich ihn grün und blau schlagen”

Was macht ein Präsident, wenn an einem Tag mehr als eine Million seiner Bürger auf die Straße gehen, um zu protestieren? Wenn ein Thema die Menschen des Landes, für das er Verantwortung trägt, so aufrüttelt wie offenbar keines seit 40 Jahren?

Richtig.

Er fährt in sein Luxusanwesen, 1000 Meilen vom größten Protest entfernt. Ist ja schließlich Wochenende. 

Und weil ein Präsident natürlich auch am Wochenende Staatschef ist, äußert er sich eben vom Sofa aus zu den wichtigen Dingen, die in seinem Land passieren.

Also nicht zum Protest. Der ist ja nicht so wichtig.

Wer mit der Einstellung auf die Straße geht, man müsse den Waffenbesitz einschränken, scheidet als Trump-Wähler schließlich aus. Als Businessman hat Trump einen Blick für Zielgruppen.

Nebensächlichkeiten also immer schön ans Personal delegieren. 

Mehr zum Thema:Trumps Sprecherin thematisiert die Anti-Waffen-Demos – und entlarvt damit ihren Chef

Also twittert der Präsident am Tag nach den Protesten ...

... über den Polizisten in Frankreich, der sein Leben riskiert und verloren hat, als er sich einem islamistischen Geiselnehmer auslieferte, um andere zu retten. Und der damit nach Trump’scher Logik nicht anderes bewiesen hat, als dass man besseren Grenzschutz braucht, damit solche schießenden Subjekte gar nicht erst ins Land kommen.

... über die MAUER zu Mexiko, die nicht nur Feinde abhält, sondern auch Arbeitsplätze schafft und das Militär wieder reich macht. Nicht, dass in den USA mit ihren 30.000 Schusswaffen-Toten pro Jahr noch was mit Drogen (Achtung, Gift!) passiert.

... nochmal über die Mauer, soll ja schließlich auch eine lange Mauer werden ...

 ... über die Top-Anwälte, die sich darum reißen, Trump in der Russland-Affäre zu vertreten, die aber eh nur Fake ist ...

 

... darüber, dass böse nur die anderen sind ...

... über die Helden des eigenen Landes, die es zu ehren gilt ...

 

 ... über den griechischen Unabhängigkeitstag zur Feier der griechischen und amerikanischen Demokratie.

 

Man muss eben Prioritäten setzen, wenn man Präsident ist. Da kann man am Wochenende wirklich nur das Wichtigste abarbeiten, man muss sich schließlich erholen, um am Montag wieder frisch zu sein.

Alles andere wäre fahrlässig, bei der Verantwortung. Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn ein Mann in so einer Position Unfug triebe!

 

(jg)