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12/03/2018 20:33 CET | Aktualisiert 12/03/2018 20:33 CET

Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht! Liebeskummer in der Psychiatrie

…es war mitten in Nacht. Ich wachte auf, griff nach meinem Handy und checkte meine persönlichen Nachrichten. Familie, Freunde und auch neugierige Wissensdurstige erkundigten sich nach meinem Befinden. Ich scrollte die Eingänge mehrfach rauf und runter. Stets in der Hoffnung, ich hätte seinen Namen als Absender überlesen, und konnte deshalb keinen Posteingang von ihm verzeichnen. Doch so war es nicht. Ich legte mein Handy bei Seite und schlief wieder ein. Mehrfach wiederholte sich das Geschehen und ich fand deshalb keinen ruhigen Schlaf mehr. Jeden Morgen wachte ich benommen auf. Der erste Gedanke gehörte immer ihm, und auch der letzte. Er war für mich so präsent und gegenwertig- er hätte mein Zimmernachbar sein können.

Morgens kam ich meist nur schwer in Gang. Das lag nicht nur an den Medikamenten. Jeden Abend vorm zu Bett gehen, betete ich dafür, dass dieser Schmerz und dieser Kummer aufhören würden. Außenstehende können sich womöglich kaum vorstellen wie es ist, sich etwas zurückzuwünschen was nicht mehr zurück zu wünschen ist. Ähnlich stell ich mir das bei dem Verlust eines geliebten Verstorbenen vor. Ich musste lange beten, sehr lange!

Ich quälte mich durch die Therapieangebote, durch den Klinikalltag und auch durch soziale Kontakte. Ich fühlte mich schnell überfordert mit der Frage, wie es mir denn inzwischen gehen würde. Schnell wuchs in mir die Befürchtung, dass mein näheres Umfeld und aber auch die Ärzte mit dem Zeitrahmen meiner Genesung unzufrieden sein könnten. Also entschied ich mich dazu, mein Wunschdenken für mich zu behalten. Ich bemerkte ziemlich schnell, dass das nicht gesund sein konnte, da meine Gedankengänge im Laufe der Zeit immer psychotischere Formen angenommen hatten. Ich vertraute mich einer Therapeutin an und die ganze Arbeit begann von vorn.

Die Struktur in der Klinik half mir allerdings auch dabei, den Tag so gut wie es eben möglich war zu überstehen. Ich begann die Mahlzeiten und Therapiestunden als Etappe zu betrachten. Und mit jeder Etappe die ich durchlief, wurde das Ziel Stück für Stück deutlicher. Ich konnte es zwar noch nicht erkennen, doch ich hoffte dass es da war.

Einmal Hölle und zurück – ich erzähl dir meine Geschichte.

Fortsetzung folgt!

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