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05/04/2018 19:08 CEST | Aktualisiert 05/04/2018 19:08 CEST

Ein wahrer Yogi muss zuerst die Natur respektieren

The Art of Living

Flüsse waren die Lebensader aller Zivilisationen; kein Wunder, dass sie in allen Kulturen als heilig gelten. In Indien symbolisiert der Fluss Ganges das Wissen, Yamuna war für Liebesgeschichten bekannt, Narmada stand für “Bhakti” (liebende Hingabe), Wissen und Logik, der Fluss Sarasvati für Brillanz und Architektur und Indien erhielt seinen Namen vom Indus.

Im Sanskrit gibt es ein schönes Wort für Wasser, “Apa”, und das Wort aptha bedeutet „das, was aus Wasser geboren wird“. Aptha bedeutet auch „der Liebste“. Es ist also das gleiche Wort für „der Liebste“ und „Wasser“. Unser Körper besteht zu 60-70% aus dem Wasserelement. Wir brauchen Wasserdampf in der Atmosphäre; es braucht eine bestimmte Menge Feuchtigkeit in der Atmosphäre. Und Du musst Wasser als Flüssigkeit zu Dir nehmen. Ob Du tief in die Erde gräbst oder hoch über die Erde schaust, in den Regenwolken gibt es Grundwasser und Wasser. Stelle Dir nur einmal eine Welt ohne Wolken vor. Diese Tatsache muss wohl nicht wiederholt werden, dass das Leben nicht bestehen wird.

In einem Land wie Indien, in dem Wasser als Grundlage der Lebenskraft anerkannt wurde und Flüsse als heilig betrachtet wurden, haben wir einen langen Weg zurückgelegt, von der Anbetung der Flüsse, ihrer Verehrung und Pflege bis zu ihrer Verschmutzung mit allerlei Giftstoffen. Die Gewässer des Ganges sind nicht mehr trinkbar, nachdem er Haridwar durchquert hat, und viele andere Flüsse sind mit einer ähnlichen Verschmutzung konfrontiert oder vertrocknen.

In letzter Zeit bewegen wir uns weg von der Natur und die Gier hat uns für unsere eigene Umwelt unempfänglich gemacht. Nur, wenn wir uns von der Natur entfernen, beginnen wir mit ihrer Verschmutzung. Die Massenindustrialisierung hat zu großflächiger Entwaldung, Ausbeutung natürlicher Ressourcen sowie Luft- und Wasserverschmutzung geführt. Es ist nötig, dass wir wieder zurückkehren, um die Natur zu respektieren und sensibel für unsere Umwelt zu sein.

Eine innige Beziehung zur Natur ist in die menschliche Psyche eingebaut. Historisch wurden die Natur, Berge, Flüsse, Bäume, die Sonne und der Mond immer geehrt. Nur, wenn wir anfangen, uns von unserer Verbindung mit der Natur und uns selbst zu entfernen, beginnen wir damit, die Umwelt zu verschmutzen und zu zerstören.

Nach alten Schriften haben wir fünf Hüllen: physische Umgebung, physischer Körper, Geist, intuitive Hülle und das Selbst. Unsere Verbindung zur Umwelt ist die wichtigste. Eine saubere und positive Umgebung kann alle anderen Schichten der Existenz beeinflussen. Wenn es in diesen Schichten Harmonie gibt, gibt es ein größeres Gefühl von Frieden und Verbundenheit.

Spiritualität hat die Kraft, Gier zu kontrollieren. Es erhöht das Bewusstsein und bringt ein Gefühl der Fürsorge und des Engagements für den ganzen Planeten. Spiritualität erhöht unser Bewusstsein. Es öffnet unsere Augen für die Schönheit der Natur, ermutigt uns, die Natur und das Leben zu verehren und bringt mehr Freude und Feierlichkeiten in unser Leben. Eine spirituelle Einstellung und Sensibilität sind wesentlich, um das Umweltbewusstsein zu fördern.

Sucht nicht irgendwo im Himmel nach Gott, sondern seht Gott in den Bergen, im Wasser, in den Bäumen und Tieren. Wenn ein Suchender die Heiligkeit der Umwelt ehren kann, kann er die gleiche Heiligkeit in seinem eigenen Geist erfahren. Für denjenigen, der seine Gedanken transzendiert hat, ist jede Zeit, jeder Ort und jede Stimmung sowieso heilig.

The Art of Living
Flussrenaturierung in Indien

Hintergrund

Um der akuten Wasserkrise in Indien entgegenzuwirken hat der Begründer von The Art of Living, Sri Sri Ravi Shankar, das Projekt "The Art of Living River Rejuvenation" ins Leben gerufen, um ausgetrocknete Flüsse und andere Gewässer wie Teiche, Brunnen, Kanäle und Wasserreservoirs in verschiedenen Teilen Indiens wiederzubeleben. Das Projekt “River Rejuvenation”, das 2013 mit dem Ziel begonnen hat, eine langfristige und dauerhafte Lösung zu bieten, hat bisher 35 aussterbende Flüsse in vier indischen Bundesstaaten (Maharashtra, Karnataka, Tamil Nadu und Kerala) wiederbelebt und schätzungsweise 50.000 Menschen in 3000 Dörfern damit geholfen.

Video: Flussrenaturierung in Indien

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