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17/02/2018 15:07 CET

"Ein starkes Team" im Live-Stream: "Preis der Schönheit", darum geht's

Ungeplant ist die Geschichte ein Beitrag zur #MeToo-Debatte.

ZDF / dpa
"Ein starkes Team" ermittelt am Samstag wieder.
  • “Preis der Schönheit” heißt der neue Fall der seit 1994 laufenden Berliner Krimireihe “Ein starkes Team”
  • Nicht völlig überzeugend geht es darin um tödlichen Konkurrenzdruck in der Modelbranche
  • Ungeplant ist die Geschichte außerdem ein Beitrag zur #MeToo-Debatte

“Ein starkes Team” begibt sich im 74. Fall der Berliner Krimireihe in die Welt der Mode und der Models. Denn beim Fotoshooting auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof ist eine junge Frau durch einen Drogenmix in ihrem Mineralwasser zu Tode gekommen.

In den Augen des urigen Kriminalkommissars Garber (Florian Martens) sowie seiner jungen Kollegen Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Klöckner (Matthi Faust) könnte erstmal jeder der Anwesenden als Täter in Frage kommen. Schließlich herrschte bei all dem Schminken, Ankleiden und Posieren wuseliges Kommen und Gehen.

Bald erfahren die Ermittler, dass das Mordopfer Leonie (Amelie Otto) Stress mit seiner Agenturchefin Petersen (Dennenesch Zoudé) gehabt hat. Und dass es auf Partys des obercoolen Fotografen Ewerwein (Tobias Oertel, “Der Bozen-Krimi”) mehrfach sittenwidrig zugegangen ist.

Ein Samstagskrimi um den schönen Schein

“Preis der Schönheit” heißt die Krimi-Episode, die an diesem Samstag um 20.15 Uhr im Zweiten mit breitem Pinsel Neid, Missgunst und Konkurrenzdruck einer Branche malt, die vielen Frauen und Mädchen nach wie vor als erstrebenswert gilt.Und damit etwa Heidi Klums seit 2006 laufender ProSieben-Castingshow “Germany’s Next Topmodel” große Aufmerksamkeit beschert.

► Leider entkommt der Krimifall aus der Feder von Grimme-Preisträger Leo P. Ard (“Polizeiruf 110: Totes Gleis”) dabei nicht der Klischeefalle.

► Er gerät zudem eher wirr und mittelprächtig spannend.

 

#MeToo

Inszeniert ihn hat der erfahrene Serienregisseur Ulrich Zrenner (“Der Staatsanwalt”). Ungeplant ist “Preis der Schönheit” – schon im Frühjahr 2017 konzipiert und im Herbst gedreht – außerdem ein Beitrag zur aktuellen #MeToo-Debatte geworden.

► Denn die Produktion der Firma UFA Fiction stellt ausschweifend dar, wie Sex und sexuelle Nötigung eine harte Währung im Geschäft um eine Modelkarriere bilden. Wobei die Übergriffe nicht nur von den Mächtigen der Branche ausgehen, sondern auch von den stets “Mädchen” genannten Fotomodellen zielbewusst provoziert werden.

Die konsumieren hier im Übrigen wie selbstverständlich Koks und Ecstasy-Pillen. Sei es, um sexuelle Hemmungen, sei es, um leichter weitere Pfunde ihrer ohnehin superschlanken Luxuskörper zu verlieren.

Es gibt noch mehr Verdächtige

Neben der knallharten Petersen und dem bald in Untersuchungshaft einsitzenden Fotografen wirkt auch der junge Caterer Patrick Heise (Christopher Reinhardt), der Ex-Freund des Opfers, verdächtig. Sodann eine unsympathisch auftretende Model-Mutter (Gerit Kling, “Notruf Hafenkante”), die früher einmal brandenburgische “Erdbeerkönigin” war und sich nun für ihre Tochter Hanna (Caroline Hartig) noch größere Lorbeeren erhofft.

► Und selbst die biederen Eltern Leonies (Susanne Lüning, Thomas Dehler) verhalten sich zweifelhaft.

Hilfe in dem zwischenmenschlichen Gestrüpp erhoffen sich die Kripoleute vor allem von der angesehenen Toxikologin Dr. Keppler (Dorka Gryllus), die die Inhaltsstoffe von Leonies tödlicher Dosis mit den Partydrogen Ewerweins vergleicht.