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19/02/2018 07:08 CET | Aktualisiert 19/02/2018 15:58 CET

Ein Inder erklärt: Darum glauben im Ausland viele, Deutsche seien unhöflich

Er nennt 5 Gründe.

  • Warum haben Deutsche den Ruf, unfreundlich zu sein?
  • Alles ein Missverständnis, glaubt ein Internet-Nutzer aus Indien, der ein Jahr in der BRD lebte
  • Im Video oben erfahrt ihr die kuriosesten Vorurteile gegenüber Deutschen

Es ist ein gängiges Vorurteil. Und viele sehen es schlichtweg als bewiesen an. Deutsche sind diszipliniert. Dafür aber verklemmt, emotional kalt und unhöflich.

Zum Glück ist das eine Sache der Perspektive, wie ein indischer Nutzer des Frage-Antwort-Portals Quora nun in einem bemerkenswerten Post klarstellte. Denn Karthik Venkatesh, der mehr als ein Jahr in Deutschland lebte und arbeitete, hält Deutsche für ganz und gar nicht unhöflich.

Er erklärt, wieso das Vorurteil dennoch immer wieder aufs Neue zustande kommt. Dafür – so glaubt der Quora-Nutzer – gibt es 5 Gründe.

1. Deutsche führen keinen Smalltalk

In englischsprachigen Ländern gehört Smalltalk zu den wichtigsten Bestandteilen des sozialen Lebens. Nicht so in Deutschland. “Die denken, es ist Verschwendung ihrer wertvollen Zeit”, schreibt Venkatesh augenzwinkernd.

Das zeige sich schon an den gängigen Begrüßungen wie “Hallo” und “Guten Tag.” Niemals würde ein Deutscher einen Fremden mit “Wie geht’s?” ansprechen, wie es etwa Amerikaner tun.

2. Deutsche sind direkt

Dann nämlich würde man wohl eine ziemlich direkte Antwort bekommen.

“Sie kommen direkt zur Sache und mögen Effizienz. Das ist ein kulturelles Ding”, glaubt der Inder. Das kann als unhöflich wahrgenommen werden, ist es aber nicht.

Eigentlich seien Deutsche nämlich überaus hilfsbereit.

3. Fragen werden sie dich nicht

Fragen, ob jemand Hilfe benötigt, würden Deutsche aber selten. Das werde als Eingriff in die Privatsphäre angesehen. Wenn man nach Hilfe frage, bekomme man diese aber meist umgehend. “Weil sie direkt sind, gehen sie davon aus, dass du es auch bist”, schreibt Venkatesh etwas zugespitzt.

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fightbegin via Getty Images
Zwei Männer an einer Bushaltestelle.

4. Englisch ist nunmal nicht die Muttersprache

Und auch die Sprache kann zu Missverständnissen führen: Im Deutschen ist es völlig normal, den Imperativ, also die Befehlsform, zu benutzen. Im Englischen etwa gilt das indes als harsch. “Es klingt, als wenn jemand einem eine Anweisung zubrüllt”, findet der Inder.

Zudem würden sich viele Deutsche schlicht nicht wohl dabei fühlen, Englisch zu sprechen. Auch das werde manchmal als unhöflich wahrgenommen, obwohl es vielleicht einfach Schüchternheit sei.

5. Vorurteile führen zu falschen Annahmen

Wer das als Ausländer falsch verstehe, könne zu einer falschen Annahme kommen. Nämlich, dass Deutsche rassistisch seien. Das sei allerdings ganz und gar nicht der Fall.

“Schon in der Schule kriegen sie eingetrichtert, dass rassistische Diskriminierung das undeutscheste Ding überhaupt ist”, schreibt Venkatesh. “Sie haben viel aus der Geschichte gelernt.”